Der Dax wird am Freitag höher erwartet, nachdem er am Vortag knapp unter seinem Rekordhoch verharrte. Investoren blicken gespannt auf zwei entscheidende Ereignisse aus den USA: den monatlichen Arbeitsmarktbericht für Dezember und eine mögliche Entscheidung des Supreme Court über die Rechtmäßigkeit von Zöllen, die US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr verhängt hatte.
Laut Broker IG könnte der Dax um 0,2 Prozent auf 25.174 Punkte steigen. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex mit minimal 25.127 Punkten geschlossen, nachdem er erstmals die Marke von 25.000 Punkten durchbrochen und zwischenzeitlich sogar über 25.200 Punkte geklettert war.
Rüstungsaktien profitieren von Trump-Ankündigung
Deutsche Rüstungsunternehmen verzeichneten deutliche Kursgewinne, nachdem US-Präsident Donald Trump eine massive Erhöhung des US-Militärbudgets auf 1,5 Billionen Dollar für 2027 gefordert hatte. Rheinmetall legte um bis zu 4,1 Prozent zu und hat seit Jahresbeginn bereits 20 Prozent gewonnen. Hensoldt stieg um 2,9 Prozent, Renk um 5,6 Prozent und Thyssenkrupp Marine Systems um bis zu 4,4 Prozent.
Der europäische Rüstungsindex erreichte ein neues Allzeithoch und gewann 2,1 Prozent auf 3.035,97 Punkte. Auch US-Rüstungsaktien profitierten im nachbörslichen Handel: Lockheed Martin legte um 6,2 Prozent zu, General Dynamics um 4,4 Prozent und RTX um 3,5 Prozent.
«Die Anleger spekulieren darauf, dass die USA ihr Militärbudget weiter erhöhen werden, wenngleich auch nicht so stark wie jetzt von US-Präsident Trump lautstark verkündet», erklärte Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Trump verunsichert Immobilien- und Rüstungssektor
Trumps Ankündigungen sorgten jedoch auch für Verunsicherung an den Märkten. Der US-Präsident forderte, große Finanzinvestoren sollten keine Einfamilienhäuser mehr kaufen. Zudem verlangte er von US-Rüstungskonzernen, Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe bis auf Weiteres einzustellen und die Mittel stattdessen in den Kapazitätsausbau zu investieren.
Diese Forderungen belasteten entsprechende Aktien: Der Vermögensverwalter Blackstone verlor 5,6 Prozent, American Homes 4 Rent fiel um 4,3 Prozent und Invitation Homes um sechs Prozent. Bei den US-Rüstungskonzernen gaben Northrop Grumman 5,5 Prozent und Lockheed Martin 4,8 Prozent ab.
Die US-Börsen schlossen am Donnerstag uneinheitlich. Der Dow Jones stieg um 0,6 Prozent auf 49.266 Punkte, während der technologielastige Nasdaq um 0,4 Prozent auf 23.480 Punkte fiel. Der S&P 500 blieb nahezu unverändert bei 6.921 Punkten.
Supreme Court-Urteil könnte Märkte bewegen
Kyle Rodda, leitender Finanzmarktanalyst bei Capital.com, bezeichnete die mögliche Supreme Court-Entscheidung als den «eigentlichen Joker» für die Märkte. «Wenn die Gerichte die US-Zölle kippen, wäre das ein großer Schub für die Marktstimmung», sagte Rodda. Allerdings schränkte er ein: «Eine Einschränkung könnte sein, dass die Trump-Regierung, selbst wenn die Zölle für unrechtmäßig erklärt werden, wahrscheinlich nicht klein beigeben und nach anderen Wegen suchen wird, um die Abgaben beizubehalten.»
Das höchste US-Gericht prüft, ob der Präsident seine Befugnisse auf Kosten des Kongresses überschritten hat, als er die Zölle gegen zahlreiche Länder verhängte.
Ölpreise steigen weiter
Die Ölpreise verzeichneten den zweiten Tag in Folge Gewinne. Brent-Rohöl der Nordsee stieg um 0,6 Prozent auf 62,35 Dollar je Barrel, US-Öl WTI legte ebenfalls um 0,6 Prozent auf 58,08 Dollar zu.
«Der Iran ist trotz aller Sanktionen ein wichtiger Ölproduzent, und Instabilität dort könnte auch die Ölproduktion im Mittleren Osten gefährden», warnte Jochen Stanzl. Im Dezember waren im Iran die größten Proteste seit drei Jahren ausgebrochen. Zudem verunsichert die Situation in Venezuela die Märkte, nachdem die USA Machthaber Nicolás Maduro festgenommen hatten und Trump vollen Zugang zum venezolanischen Ölsektor forderte.
«Der Preisanstieg ist in erster Linie auf Trumps Anspruch zurückzuführen, den venezolanischen Ölexport zu kontrollieren. Dies könnte zu einem Preisanstieg gegenüber den bisherigen verbilligten Verkäufen führen», erklärte Tina Teng, Marktstrategin bei Moomoo ANZ.
US-Arbeitsmarktdaten im Fokus
Experten erwarten laut einer Reuters-Umfrage für Dezember durchschnittlich 60.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft, nach 64.000 im November. Die Daten gelten als wichtiger Indikator für die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve, die Ende des Monats über den Leitzins entscheidet.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.









