US-Spezialkräfte kapern russisch geflaggten Öltanker im Nordatlantik

upday.com 16 godzin temu
US-Spezialkräfte kapern russischen Öltanker "Marinera" im Nordatlantik (Symbolbild - KI-generiert) AI Generated Stock Image

US-Spezialkräfte haben am Mittwoch den russisch geflaggten Öltanker "Marinera" im Nordatlantik gekapert. Navy SEALs enterten das über 330 Meter lange Schiff zwischen Island und Schottland, nachdem die USA es wochenlang verfolgt hatten. Die Aktion löste heftige diplomatische Spannungen aus – Moskau spricht von "Piraterie", Völkerrechtler warnen vor einem gefährlichen Präzedenzfall.

Das Europa-Kommando der US-Streitkräfte begründete die Beschlagnahme mit Verstößen gegen US-Sanktionen. Der Tanker, zuvor unter dem Namen "Bella 1" bekannt, soll Teil einer "Schattenflotte" sein, die sanktioniertes Öl für Venezuela, Iran und Russland transportiert. US-Geheimdienste vermuteten zudem, das Schiff könnte tragbare Flugabwehrsysteme iranischer oder russischer Herkunft an Bord haben.

Die "Marinera" war von Iran kommend nach Venezuela unterwegs, um dort Rohöl zu bunkern. Als die US-Küstenwache das Schiff Ende Dezember in der Karibik kontrollieren wollte, entzog es sich dem Zugriff. Die Besatzung deaktivierte zeitweise das Ortungssystem, änderte Kurs und strich kurzerhand eine russische Flagge auf den Schiffsrumpf. Das Schiff, das zuvor unter guyanischer Flagge fuhr, erhielt am 24. Dezember eine vorläufige Registrierung unter russischer Flagge.

Moskau mobilisiert U-Boot

Russland reagierte scharf auf die Beschlagnahme. Das russische Außenministerium bezeichnete das Vorgehen als «eklatanten Bruch internationalen Rechts», «Piraterie» und «Gefährdung des Weltfriedens». Moskau warf Washington vor, «schwerwiegende internationale Krisen zu provozieren» und beschuldigte Großbritannien der «Seepiraterie» für dessen Unterstützung der Operation.

Die russische Marine mobilisierte ein U-Boot und mehrere Kriegsschiffe, die den Tanker eskortieren sollten. Sie trafen jedoch zu spät ein. Während der eigentlichen Beschlagnahme befanden sich russische Kriegsschiffe laut US-Angaben zwar "in der Nähe", aber nicht in unmittelbarer Reichweite. Wladimir Putin schwieg öffentlich zu dem Vorfall.

"Hochproblematisch"

Deutsche Seerechtler üben scharfe Kritik am US-Vorgehen. Nele Matz-Lück, Professorin für Seerecht an der Universität Kiel, nannte die Aktion «hochproblematisch». Sie warnte: «Die jüngsten Ereignisse brechen mit dem Konsens, dass die Freiheit der Schifffahrt ein Kernprinzip des Seerechts ist.»

Valentin Schatz, Juniorprofessor für Seerecht an der Leuphana Universität Lüneburg, warf den USA vor: «Wir sehen hier die Handlungen eines Staates, der sich bei der Verfolgung seiner Interessen im Hinblick auf Venezuela nicht einmal an grundlegende völkerrechtliche Normen gebunden sieht und Rechtsstaatlichkeit allenfalls als Hindernis sieht.»

Die USA argumentieren, das Schiff sei "staatenlos" gewesen, weil der Flaggenwechsel auf hoher See unzulässig war. Ein US-Gericht erklärte die russische Registrierung für ungültig. Schatz hält dies für die «einzige potenziell tragfähige US-Argumentation». Er betonte aber: «Sollte dies gelingen, waren die Maßnahmen der USA gegen die 'Marinera' völkerrechtswidrig.»

Teil von Trumps Strategie

Die Beschlagnahme ist Teil einer breiteren US-Offensive unter Donald Trump gegen die sogenannte "dunkle Flotte". Zeitgleich stoppten US-Kräfte in der Karibik einen zweiten Tanker, die "Sophia", mit rund zwei Millionen Barrel venezolanischem Rohöl an Bord. US-Außenminister Marco Rubio kündigte an, das Öl «im Markt verkaufen» und «den Erlös kontrollieren» zu wollen, um «die venezolanische Bevölkerung zu unterstützen – und nicht das Regime».

Gordon Sondland, ehemaliger US-Botschafter bei der EU, lobte Trumps Vorgehen. Er sagte gegenüber CNN: «Damit übt Trump weiteren Druck auf die Wirtschaft im Iran, Russland und Venezuela aus, bis er die Resultate bekommt, die er will.» Die US-Heimatschutzministerin Kristi Noem bekräftigte: «Wir werden den illegalen Ölfluss weltweit unterbinden – ob es Russland, den Iran oder Venezuela betrifft.»

Johannes Peters, Experte für maritime Sicherheit am Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel, warnte Europa vor den Folgen. Die regelbasierte internationale Ordnung erodiere zunehmend. Deutschland und Europa müssten «dringend aufwachen» und eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungsstrategie entwickeln.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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