Ein Zugbegleiter ist nach einem brutalen Angriff durch einen Fahrgast gestorben. Serkan C. erlitt am Montagabend im Regionalexpress 4131 kurz nach Verlassen des Bahnhofs Landstuhl in Rheinland-Pfalz eine Hirnblutung durch stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf. Der 26 Jahre alte Täter, ein griechischer Staatsbürger aus Luxemburg, wurde kurz nach der Tat festgenommen. Ein Haftbefehl erging am Dienstag. Der tragische Fall hat eine Debatte über den Schutz von Bahnpersonal neu entfacht.
Serkan C. war alleinerziehender Vater zweier schulpflichtiger Kinder und lebte mit seiner Familie in Ludwigshafen-West. Ein Bundeswehrsoldat leistete im Zug Erste Hilfe, Rettungskräfte reanimierten das Opfer und brachten es ins Universitätsklinikum Homburg. Der Vater von Serkan C. erlitt nach der Nachricht vom Angriff auf seinen Sohn einen leichten Herzinfarkt. Am Mittwoch wurden an vielen Bahnhöfen bundesweit Schweigeminuten abgehalten.
Die Attacke reiht sich ein in eine besorgniserregende Statistik: Die Deutsche Bahn zählte im vergangenen Jahr mehr als 3000 Angriffe auf Personal – rund acht pro Tag. Die Tendenz gegenüber 2024 bleibt gleichbleibend auf hohem Niveau. Die Hälfte der Angriffe betrifft Zugpersonal im Regionalverkehr.
Gewerkschaften fordern besseren Schutz
Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, kritisierte die Politik scharf: «Die Anzahl der Übergriffe auf Beschäftigte bei Bahn und Bus steigt seit Jahren, und die Politik schaut zu.» Die Folgen sehe man jetzt. Burkert forderte Bodycams für Zugbegleiter und Notfallknöpfe auf deren Mobiltelefonen. Der Bahn-Betriebsrat schlug eine Sprachaufzeichnungsfunktion vor, um Vorfälle besser nachvollziehen zu können.
Mario Reiß, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokführer, stellte die drängende Frage: «Was muss noch passieren - und wie viel Leid braucht es noch -, bis endlich wirksame und konsequente Schutzmaßnahmen für das Zugpersonal umgesetzt werden?» Der EVG-Chef forderte zudem von den Ländern Geld für eine doppelte Besetzung in Regionalzügen, damit keine Mitarbeiter mehr allein unterwegs seien.
Klaus Blettner, Oberbürgermeister von Ludwigshafen, besuchte am Mittwochabend die Familie von Serkan C., um sein Beileid auszusprechen. Er sagte: «Hier ist ein Mensch, ein Vater, ein Nachbar, ein Mitbürger einfach seiner Arbeit nachgegangen - und kommt dann nicht mehr nach Hause. Das ist schrecklich.»
Thüringens Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) betonte im Landtag in Erfurt, dass Zugbegleiter und Fahrkartenkontrolleure Gewalt und Hass ausgesetzt seien: «Dieser Mord hätte auch in Thüringen passieren können.» Es sei Aufgabe der Gesellschaft, wachsam zu sein und Solidarität zu zeigen. Die Landesregierung werde sich dem verpflichtet fühlen, versicherte Schütz.
Die Verkehrsminister der Länder wollen am 25. und 26. März in Lindau am Bodensee über verbesserte Schutzmaßnahmen für Beschäftigte im Nahverkehr beraten. Dies kündigte der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) als Vorsitzender der Ministerkonferenz an.
Streit um Strafverschärfung
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte eine Ausweitung des Strafrahmens für solche Taten. Der Deutsche Richterbund lehnte dies jedoch ab. Geschäftsführer Sven Rebehn erklärte: «Der bekannte Reflex in der Politik, das Strafrecht verschärfen zu wollen, ist nachvollziehbar, aber nicht die richtige Antwort. Für Tötungsdelikte sieht das Strafrecht schon heute schwerste Strafen vor.»
Der Tatverdächtige hatte sich bis Redaktionsschluss nicht zu der Tat geäußert. Gegen ihn lagen in Deutschland zuvor keine polizeilichen Erkenntnisse vor.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.









