Über 800 Menschen sind nach verheerenden Unwettern in Südostasien ums Leben gekommen. Ein seltener Tropensturm und Zyklon "Ditwah" lösten in Indonesien, Sri Lanka und Thailand katastrophale Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Millionen Menschen sind betroffen, Hunderttausende wurden evakuiert.
Die Lage bleibt dramatisch: In Indonesien werden noch 402 Menschen vermisst, in Sri Lanka 228. Viele Regionen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Straßen wurden weggespült, Kommunikationsnetze brachen zusammen.
Indonesien am schwersten getroffen
Auf der indonesischen Insel Sumatra starben 442 Menschen. Rund 290.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Provinzen Aceh, Nordsumatra und Westsumatra sind am stärksten betroffen.
Suharyanto, Leiter der Katastrophenschutzbehörde, sagte auf einer Pressekonferenz am Sonntag: «Wir haben Lebensmittel und Hilfsgüter aus der Luft abgeworfen und Soldaten entsandt.» Einige der am schlimmsten betroffenen Gebiete seien nur auf dem Luft- oder Seeweg erreichbar.
In abgeschnittenen Regionen Nordsumatras plünderten Bewohner Supermärkte, um an Lebensmittel und Trinkwasser zu gelangen. Die Hilfslieferungen kommen wegen zerstörter Straßen und schlechter Wetterbedingungen nur langsam voran.
Sri Lanka: Zyklon fordert fast 200 Tote
In Sri Lanka starben mindestens 193 Menschen durch Zyklon "Ditwah". Der Wirbelsturm traf das Land am Mittwoch und brachte tagelange heftige Regenfälle. Besonders die Hauptstadt Colombo und das Zentralgebiet leiden unter massiven Überschwemmungen.
Der Fluss Kelani trat trotz abziehenden Zyklons weiter über die Ufer und setzte tiefer gelegene Stadtteile unter Wasser. Die 46-jährige Selvi aus dem Colombo-Vorort Wennawatte sagte der Nachrichtenagentur AFP: «Sie wisse nicht, wohin sie gehen solle.» Sie hoffe, mit ihrer Familie in einer sicheren Notunterkunft Zuflucht zu finden.
25.000 Häuser wurden zerstört. 147.000 Menschen suchten Schutz in staatlichen Notunterkünften. Insgesamt benötigen 968.000 von den Fluten vertriebene Menschen staatliche Hilfe.
Dramatische Rettungsaktionen
In der Provinz Anuradhapura retteten Soldaten, Hubschrauber und Marineboote am Samstag Passagiere von einem eingeschlossenen Bus. Die Aktion dauerte 24 Stunden. Buspassagier W. M. Shantha erzählte lokalen Medien in einer Klinik: «Wir hatten viel Glück. Während wir auf dem Dach waren, brach ein Teil davon ein. Drei Frauen fielen ins Wasser, aber ihnen konnte zurück aufs Dach geholfen werden.»
Der 72-jährige S. Sivanandan aus Manampitiya, rund 250 Kilometer nordöstlich von Colombo, berichtete örtlichen Medien über die massiven Zerstörungen in seiner Stadt. So etwas habe er «noch nie gesehen».
Blutspenden dringend benötigt
Sri Lankas Blutspendedienst meldete einen dramatischen Mangel. Täglich werden 1.500 Blutkonserven benötigt, verfügbar sind nur noch 236 Einheiten. Der Leiter des Dienstes rief dringend zu Blutspenden auf.
Präsident Anura Kumara Dissanayake rief am Samstag den Katastrophenfall aus. Dies verleiht ihm Sonderbefugnisse für Hilfsmaßnahmen. Er bat um internationale Unterstützung.
Internationale Hilfe läuft an
Indien entsandte am Samstag Hilfsgüter und zwei Hubschrauber, zwei weitere sollten am Sonntag folgen. Pakistan schickte Rettungsteams. Japan kündigte an, ein Team zur Bedarfsermittlung zu entsenden und weitere Hilfe zuzusagen.
In Thailand starben 170 Menschen, in Malaysia drei. Die südlichen Provinzen Thailands erlebten die schlimmsten Überschwemmungen seit über einem Jahrzehnt. Fast drei Millionen Menschen sind dort betroffen.
Seltener Tropensturm als Auslöser
Der seltene Tropensturm bildete sich in der Straße von Malakka zwischen der indonesischen Insel Sumatra und dem westmalaysischen Festland. Tagelange sintflutartige Regenfälle führten zu den verheerenden Überschwemmungen und Erdrutsche.
Am Wochenende beruhigte sich das Wetter. Jetzt wird das volle Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Rettungskräfte setzen die Suche nach Hunderten Vermissten fort und versorgen abgeschnittene Gebiete per Hubschrauber mit Nahrung und Hilfsgütern. Zehntausende Menschen harren noch in Notunterkünften aus.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








