Was Millionen Krebsfälle vermeidbar macht - und warum Männer stärker betroffen sind

upday.com 2 godzin temu
Eine geöffnete Zigarettenpackung (Illustration) Sven Hoppe/dpa

Fast vier von zehn Krebsfällen weltweit waren 2022 vermeidbar. Das zeigt eine neue globale Analyse, die im Fachmagazin "Nature Medicine" veröffentlicht wurde. Rauchen, Alkoholkonsum und Infektionen sind die häufigsten vermeidbaren Ursachen. Die Studie unter Leitung von Isabelle Soerjomataram von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon ist die erste globale Untersuchung, die auch Infektionen als Krebsursache einbezieht.

Von den 18,7 Millionen neuen Krebsfällen im Jahr 2022 waren mehr als sieben Millionen auf vermeidbare Ursachen zurückzuführen. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind erheblich: Bei Frauen waren rund 30 Prozent der Krebsfälle vermeidbar, bei Männern mehr als 45 Prozent.

In Deutschland lag der Anteil vermeidbarer Krebsfälle bei Frauen ebenfalls bei 30 Prozent, bei Männern bei mehr als 39 Prozent. Rauchen ist die Hauptursache: Bei Frauen gehen mehr als zwölf Prozent der Krebsfälle auf Tabakkonsum zurück, bei Männern mehr als 23 Prozent. Alkohol verursachte 3,3 Prozent der Fälle bei Frauen und 4,9 Prozent bei Männern. Ein hoher Body-Mass-Index traf Frauen stärker mit 6,4 Prozent als Männer mit 3,5 Prozent. UV-Strahlung machte bei Frauen 3,2 Prozent aus, bei Männern 3,7 Prozent. Infektionen waren für 5,6 Prozent der Fälle bei Frauen und 4,2 Prozent bei Männern verantwortlich. Berufliche Risiken spielten bei Männern mit 5,8 Prozent eine größere Rolle als bei Frauen mit 1,6 Prozent.

Große regionale Unterschiede

Die Verteilung vermeidbarer Krebsfälle variiert stark zwischen den Regionen. Bei Frauen liegt der Anteil in Afrika südlich der Sahara bei 38 Prozent, in Nordafrika und Westasien bei fast 25 Prozent. Bei Männern zeigt Ostasien mit mehr als 57 Prozent den höchsten Wert. Am niedrigsten ist der Anteil in Lateinamerika und der Karibik mit rund 28 Prozent.

In großen Teilen Afrikas und Asiens sind Infektionen die häufigste vermeidbare Ursache. Dazu zählen Humane Papillomaviren (HPV) bei Gebärmutterhalskrebs und Helicobacter pylori bei Magenkrebs. In Europa, Australien, den USA und Kanada dominiert dagegen das Rauchen als Risikofaktor.

Bedeutung für die Prävention

André Ilbawi, Leiter des Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Krebsbekämpfung und Co-Autor der Studie, betonte: «Dies ist die erste globale Analyse, die aufzeigt, wie hoch das Krebsrisiko durch vermeidbare Ursachen ist.» Die Untersuchung verschiedener Länder und Bevölkerungsgruppen ermögliche präzisere Informationen. «Durch die Untersuchung von Mustern in verschiedenen Ländern und Bevölkerungsgruppen können wir Regierungen und Einzelpersonen präzisere Informationen bereitstellen, um viele Krebsfälle von vornherein zu verhindern», erklärte Ilbawi.

Studienleiterin Isabelle Soerjomataram sagte: «Die Bekämpfung dieser vermeidbaren Ursachen stellt eine der wirksamsten Möglichkeiten dar, die globale Krebslast zu reduzieren.» Die Analyse berücksichtigte ausschließlich Risikofaktoren mit bewiesenem ursächlichem Zusammenhang zu Krebs und verlässlichen Daten zur Bevölkerungsexposition.

Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg kommentierte: «Wir haben ähnliche Studien vor einigen Jahren für Deutschland durchgeführt und vergleichbare Ergebnisse erhalten.» Die neue globale Studie sei besonders wertvoll, weil sie erstmals Infektionen als Krebsursache einbeziehe.

Die Dringlichkeit zeigt sich in WHO-Statistiken: Wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen, wird die Zahl neuer Krebsfälle bis 2040 um 50 Prozent steigen. Die Studie konzentrierte sich auf Krebsinzidenz statt Mortalität und berücksichtigte damit auch Krebsarten mit niedrigeren Sterberaten stärker.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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