Genau 140 Jahre nach Carl Benz' revolutionärem Patent für das erste Automobil behaupten deutsche Autohersteller ihre Spitzenposition in Europa. VW, BMW und Mercedes steigerten ihren gemeinsamen Marktanteil 2025 auf 39,9 Prozent – trotz massiver Herausforderungen durch Elektromobilität und verschärften globalen Wettbewerb.
Am 29. Januar 1886 meldete Carl Benz beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin sein «Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb» an. Das Patent Nummer 37435 gilt als Geburtsstunde der modernen Automobilindustrie und legte den Grundstein für Deutschlands industriellen Erfolg.
Deutsche Hersteller verteidigen Europa-Spitze
Die drei deutschen Premiumhersteller legten im vergangenen Jahr 1,2 Prozentpunkte zu, wie der europäische Herstellerverband Acea mitteilte. Zum Vergleich: 2019 lag der Marktanteil noch bei 37,1 Prozent. Mercedes hielt seine Position stabil, während VW und BMW zulegten.
Insgesamt wurden 10,8 Millionen Fahrzeuge in der EU verkauft – ein Plus von 1,8 Prozent. Doch das Vorkrisenniveau von 13 Millionen Autos aus 2019 bleibt in weiter Ferne. EY-Experte Constantin M. Gall warnt: «Wir haben im vergangenen Jahr zwar eine leichte Erholung des Neuwagenmarkts gesehen. Insgesamt aber geht es nur im Schneckentempo aufwärts.» Für 2026 rechnet er nur mit geringfügiger Besserung.
Elektromobilität verändert den Markt
Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge stieg auf 17,4 Prozent, nach 13,6 Prozent im Vorjahr. Reine Benziner fielen auf 26,6 Prozent, Hybridantriebe (ohne Plug-in) legten auf 34,5 Prozent zu. Tesla verlor massiv: Der Marktanteil in Europa sank von 2,3 auf 1,4 Prozent.
Chinesische Hersteller SAIC und BYD wuchsen zwar prozentual stark – SAIC um ein Drittel auf 1,9 Prozent, BYD mehr als verdreifacht auf 1,2 Prozent. Absolut bewegen sie sich aber noch auf niedrigem Niveau. Der Stellantis-Konzern mit Peugeot, Opel und Fiat verlor Anteile und rutschte auf 15,3 Prozent ab.
Hersteller profitabel – Zulieferer in der Krise
Die Marktführerschaft täuscht nicht über tiefgreifende Probleme hinweg. Mercedes erzielte 2024 einen Gewinn von 10,4 Milliarden Euro, BMW rund 7,7 Milliarden, der VW-Konzern über zwölf Milliarden. Eine PwC-Auswertung zeigt: Von 1990 bis Ende der Nullerjahre bewegten sich die Gewinne meist im einstelligen Milliardenbereich. In den vergangenen 15 Jahren explodierten sie – 2021 auf über 50 Milliarden Euro, zuletzt auf über 30 Milliarden.
Auto-Experte Frank Schwope von der Fachhochschule des Mittelstands Köln relativiert: «Die Hersteller haben große Probleme, aber keine Krise.» Solange Dividenden ausgeschüttet würden, seien die Konzerne nicht in der Krise, erklärt er.
Anders die Zulieferer: Sie streichen Jobs, schließen Standorte, verkaufen ganze Sparten. Ende des dritten Quartals 2025 beschäftigte die Branche nur noch 721.400 Menschen – 48.700 weniger als ein Jahr zuvor. So wenig wie zuletzt Mitte 2011.
Experten sehen Neuausrichtung statt Niedergang
«Die deutsche Automobilwirtschaft steht nicht vor dem Ende, sondern vor einer Neuverhandlung ihrer internationalen Rolle», analysiert Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft im schwäbischen Geislingen. Deutschland werde seine Rolle als Leitmarkt für Entwicklung, Premiumproduktion und komplexe Systemintegration behalten, während standardisierte Volumenproduktion international verteilt werde.
Die Transformation zur E-Mobilität eliminiert den Verbrennungsmotor als deutschen Wettbewerbsvorteil. Schwope ist dennoch optimistisch: «Man hat noch Tradition, man hat noch Image.» Die Zukunft werde «eine starke Verschiebung in Richtung Elektromobilität» bringen.
Gall nennt als Hindernisse die schwache Wirtschaft, Kaufzurückhaltung bei Privat- und Firmenkunden sowie Sorgen um Einkommen und Arbeitsplätze. «Auch die hohen Neuwagenpreise, die nicht zuletzt auf regulatorische Vorgaben zurückzuführen sind, schrecken vom Neuwagenkauf ab», erklärt der EY-Experte.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.









