Bundestrainer Alfred Gislason hat der deutschen Handball-Nationalmannschaft mit einer folgenschweren Auszeit die Chance auf ein Unentschieden gegen Serbien gekostet. Die 27:30-Niederlage in der EM-Vorrunde löst heftige Kritik von ehemaligen Handball-Größen aus und bringt das DHB-Team in akute Abstiegsgefahr. Erstmals seit Einführung des Turnierformats 2002 droht Deutschland ein Vorrunden-Aus.
Der verheerende Moment ereignete sich in der 58. Minute in der Arena von Herning. Spielmacher Juri Knorr erzielte das vermeintliche 26:26, doch Gislason hatte den Summer am Kampfrichtertisch einen Bruchteil einer Sekunde zu früh gedrückt. Das Tor wurde annulliert, weil der Ball die Torlinie noch nicht überquert hatte.
Gislason übernahm die volle Verantwortung. «Das ist natürlich fatal aus meiner Sicht und geht völlig auf mich. Ich wollte das Timeout nehmen, wo wir gerade vollzählig sind. Leider habe ich dann den Bruchteil einer Sekunde zu früh gedrückt», sagte der Bundestrainer nach dem Spiel.
Vernichtende Kritik von Handball-Legenden
Die deutsche Leistung nach der 17:13-Halbzeitführung sorgte für Empörung. Handball-Ikone Stefan Kretzschmar attackierte als Dyn-Experte die Offensive scharf: «Auf Außen hätten heute auch der Busfahrer und der Physiotherapeut stehen können. Da kam ja gar kein Ball hin. Die zweite Halbzeit ist halt wieder scheiße. Sie ist heute eine Katastrophe gewesen.»
Ex-Weltmeister Michael Kraus wurde noch deutlicher. «Alfred, scheiße gecoacht. Vercoacht», sagte Kraus. Zur Angriffsleistung äußerte er sich unmissverständlich: «Das war einfach Kacke im Angriff. Man muss es auch einmal beim Namen nennen.»
Kretzschmar kritisierte grundsätzlich die strategische Ausrichtung: «Mir macht Angst, wie wir angreifen. Wir sind so unkreativ und ohne Lösung im Angriff, ohne Flow. Ich sehe mir das Spiel an und frage mich: Wo wollen wir hin? Was ist die Idee?»
Knorr äußert ungewöhnlich deutliche Kritik
Auch Spielmacher Juri Knorr äußerte sich ungewöhnlich klar. «Wir haben die Serben in der ersten Halbzeit niedergerannt – und dann ändern wir alles. Das verstehe ich nicht. Ich stand nicht so viel auf der Platte in der zweiten Halbzeit. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll», sagte der 25-Jährige.
Zur Auszeit selbst relativierte Knorr: «Die Auszeit war passend zum Spiel. Aber daran hat es nicht gelegen. Das passiert.» Er forderte eine kollektive Anstrengung: «Wir werden es nicht alleine schaffen. Und wir werden es nicht schaffen, wenn Spieler 60 Minuten durchspielen.»
Kapitän Johannes Golla verteidigte den Coach. «Alfred wollte die Auszeit nehmen, bevor das Zeitspiel kommt. Da erwischt er eigentlich einen guten Moment. Dass Juri genau in dem Moment intuitiv einläuft, konnte keiner absehen. Er hat sich in der Auszeit direkt dafür entschuldigt», erklärte der Kreisläufer.
Entscheidungsspiel gegen Spanien
Deutschland muss am Montag (20.30 Uhr, ZDF/Dyn) gegen Spanien mit mindestens drei Toren Differenz gewinnen, um sicher in die Hauptrunde einzuziehen. Diese Rechnung gilt allerdings nur, wenn Serbien sein letztes Vorrundenspiel gegen Österreich gewinnt und es zum Dreiervergleich kommt.
«Wir müssen gewinnen, sonst fahren wir wohl nach Hause», brachte Gislason die dramatische Lage auf den Punkt. Torhüter Andreas Wolff appellierte an die Mannschaft: «Wir hatten selten solch einen Druck und müssen schauen, dass wir gegen Spanien ein anderes Gesicht zeigen. Es gilt, sich gegenseitig Mut zu machen und top motiviert ins Feld zu ziehen.»
Seit Einführung des Vor- und Hauptrundenformats im Jahr 2002 hat die DHB-Auswahl noch nie die erste Turnierphase nicht überstanden. Dieses Szenario droht nun erstmals.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.





