3.250 Schließfächer geplündert: Schaden bis zu 300 Millionen Euro

upday.com 1 dzień temu
Ein Absperrband der Polizei hängt vor der Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer. Unbekannte hatten dort Beute in Millionenhöhe gemacht. (Archivbild) Oliver Berg/dpa

Fast alle 3.250 Schließfächer einer Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer sind nach einem spektakulären Einbruch über Weihnachten geplündert worden. Der Schaden könnte über 100 Millionen Euro liegen – ein Anwalt der Opfer schätzt sogar bis zu 300 Millionen Euro. Die Bankfiliale bleibt vorerst geschlossen, während Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Die Täter sind weiterhin auf der Flucht.

Die Täter bohrten sich über mehrere Tage unbemerkt durch eine Betonwand in den Tresorraum. Sie nutzten eine angrenzende Tiefgarage als Zugang, gelangten zunächst in einen Archivraum und bohrten dann ein großes Loch in den Tresor. Die Einbrecher verbrachten nach Erkenntnissen knapp 46 Stunden im Tresorraum. Entdeckt wurde der Einbruch erst am Montagmorgen nach Weihnachten durch einen Feueralarm.

Spurenvernichtung mit Säure

Die Täter sprühten eine chemische Substanz – vermutlich Säure – im Tresorraum und auf einen Parkautomaten, um DNA-Spuren zu vernichten. Wegen giftiger Dämpfe musste die Sparkasse eine aufwendige Reinigung durchführen, bevor Mitarbeiter den Schaden aufnehmen konnten. Der Tresorraum wurde von der Polizei als Tatort versiegelt.

Fahndung nach drei Maskierten

Die Polizei veröffentlichte am Wochenende Überwachungsfotos von drei maskierten Tatverdächtigen. Die Aufnahmen vom 29. Dezember zeigen die Männer in der Tiefgarage – einer trägt rote, ein anderer grüne Handschuhe. Als Fluchtfahrzeuge werden ein schwarzer Audi RS 6 und ein weißer Mercedes Citan mit gefälschten Kennzeichen gesucht. Am Sonntag fand ein Zeuge zwei Autokennzeichen am Dortmunder Hauptbahnhof, die zu den Fluchtfahrzeugen gehören könnten.

Opfer melden hohe Verluste

Mehr als 1.500 Kunden haben sich bei der Sparkasse gemeldet. Viele berichten von erheblichen Verlusten, die weit über die Standard-Versicherungssumme von 10.300 Euro pro Schließfach hinausgehen. Der Marler Anwalt Burkhard Benecken vertritt inzwischen fast 50 Betroffene. Er sagte FOCUS online: «Das Gros der Klienten beklagt im Schnitt einen Verlust von mehr als 100.000 Euro, manche aber beziffern ihre verlorenen Einlagen auf den sechs- oder gar siebenstelligen Bereich.»

Viele Opfer sind türkischer Herkunft und hatten Gold und Bargeld für die Altersvorsorge, Immobilienkäufe oder als traditionelle Brautgabe gespart. Benecken wies Spekulationen über «Schwarzgeld» zurück: «Darüber liegen uns entsprechende Unterlagen, Kontoauszüge oder Quittungen vor. Wir sollten nicht versuchen, die Opfer in die Täterecke zu drängen.»

Schwere Vorwürfe gegen Sparkasse

Benecken erhebt schwere Vorwürfe gegen die Sparkasse. Die Bank habe ihre Aufklärungs- und Sorgfaltspflicht verletzt, weil sie Kunden nicht aktiv über die niedrige Versicherungssumme informiert habe. «Dem im Kleingedruckten steht, dass die Versicherungssumme sich je Schließfach nur auf 10.300 Euro beläuft, aber darüber hat man sie nie aufgeklärt», sagte er FOCUS online.

Besonders brisant: Ein Insider aus dem Sparkassenumfeld berichtete Benecken, dass die Alarmanlage während der Tatzeit defekt gewesen sei. «So berichtet ein Insider aus dem Sparkassenumfeld, dass die Alarmanlage im Tatzeitraum defekt gewesen sei», erklärte der Anwalt FOCUS online. Falls sich dies bestätige, droht er mit zahlreichen Zivilklagen: «Dann müsste das Geldinstitut vollumfänglich für den entstandenen Schaden haften.»

Ein Sparkassensprecher verteidigte die Bank: Die Haftungsbegrenzung sei «klar und explizit enthalten» in den Verträgen. Die Polizei prüft derzeit die Hinweise auf die angeblich defekte Alarmanlage.

Sammelklage und Landtag befasst sich

Eine Dattelner Kanzlei organisiert eine Sammelklage betroffener Kunden gegen die Sparkasse. Ein Gutachten soll klären, ob die Sicherheitsmaßnahmen der Sparkasse den branchenüblichen Standards entsprachen. Die SPD hat zudem einen Antrag auf eine Sondersitzung des Innenausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag eingereicht. Dabei soll es um den Stand der Ermittlungen, Sicherheitslücken und mögliche Verbindungen zur organisierten Kriminalität gehen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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