Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat zugegeben, während einer massiven Stromkrise am Samstag eine Stunde Tennis gespielt zu haben. Während 100.000 Menschen im Südwesten der Hauptstadt ohne Strom, Heizung und Mobilfunk ausharren mussten, ging der 53-Jährige von 13 bis 14 Uhr auf den Tennisplatz. Das Geständnis gegenüber Welt TV löste einen Sturm der Empörung aus – acht Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September fordern AfD und FDP seinen sofortigen Rücktritt.
Der Stromausfall hatte am Samstagmorgen begonnen, ausgelöst durch einen mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Zunächst waren 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen von der Versorgung abgeschnitten, insgesamt rund 100.000 Betroffene. Notunterkünfte wurden eilig eingerichtet. Erst am Mittwochmittag stellte Stromnetz Berlin die Versorgung vollständig wieder her.
Wegner hatte am Sonntag bei einem Besuch in einer Notunterkunft auf die Frage eines Journalisten geantwortet: «Ich habe mich gestern weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren, weil ich denke, das hilft den Menschen noch mehr.» Dass er in dieser Zeit tatsächlich Tennis spielte, verschieg er. Erst Tage später gab er zu Welt TV zu: «Ich habe von 13.00 bis 14.00 Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf freikriegen wollte. Ich war die ganze Zeit erreichbar, auch als ich Tennis gespielt habe. Das Handy war auf laut gestellt, bin danach sofort zurückgefahren und habe weitergearbeitet.»
Opposition fordert Rücktritt
Die Landes- und Fraktionsvorsitzende der AfD, Kristin Brinker, forderte Wegners umgehenden Rücktritt. Auch FDP-Politiker schlossen sich der Forderung an. Wegner reagierte am Abend im RBB gelassen: «Dass die Opposition das jetzt sagt, das kann ich ja nicht verhindern.»
Auch SPD, Grüne und Linke attackierten den Regierenden Bürgermeister scharf. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach spottete: «Kai Wegner hat vermutlich nicht daheim im verschlossenen Arbeitszimmer Tennis gespielt.» Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf betonte, die Berliner hätten «andere Ansprüche» an einen Regierenden Bürgermeister. Linken-Landeschef Maximilian Schirmer stellte Wegners Eignung für das Amt grundsätzlich infrage: «Wer lieber Tennis spielt, als in der größten Not bei den Menschen zu sein, sollte sich vielleicht überlegen, ob dieser Job noch der richtige für ihn ist.»
Wegner räumt Fehler ein
Gegenüber dem RBB räumte Wegner einen Kommunikationsfehler ein: «Rückblickend hätte ich das am Sonntag sagen sollen, was ich am Samstag gemacht habe, aber ich sage Ihnen ganz ehrlich: Mein Fokus waren die 45. 000 Haushalte.» Wegner und sein Umfeld betonten, dass ohne sein Engagement Bundeshilfen etwa von der Bundeswehr nicht so schnell eingetroffen wären. Er habe Telefonate mit dem Kanzleramt, dem Innenministerium und verschiedenen Senatsverwaltungen geführt.
Die Tennis-Affäre liefert den politischen Gegnern Wegners reichlich Wahlkampf-Munition. Medienkommentatoren kritisierten, der Regierende Bürgermeister habe nicht als kraftvoller Krisenmanager agiert – anders als etwa der frühere Kanzler Gerhard Schröder (SPD) während des Elbe-Hochwassers 2002. Die Kontroverse könnte Wegners Image und künftige Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SPD belasten.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.



