Steffen Kampeter greift die deutsche Debattenkultur scharf an. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) fordert in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt ein Ende der «Arbeitszeitromantik» in Deutschland. Diskussionen über Ausgleichstage oder eine flächendeckende Vier-Tage-Woche seien «wie aus der Zeit gefallen - mitten in einer Rezession».
Kampeter kritisiert fünf «Lebenslügen», die seit Jahren politische und wirtschaftliche Debatten bestimmen. «Politische und wirtschaftliche Debatten werden seit Jahren von Annahmen getragen, die sich gut anhören, sich in der Realität aber als falsch erweisen», schreibt er. Diese falschen Annahmen verhinderten notwendige Reformen und gefährdeten Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit.
Das Problem mit der Arbeitszeit
Die Vorstellung, Deutschland arbeite zu viel, hält Kampeter für grundfalsch. Tatsächlich gehöre das Arbeitsvolumen zu den niedrigsten unter den Industrienationen. Um mehr Arbeitszeit zu erreichen, müssten fehlende Kinderbetreuungsinfrastruktur, steuerliche Fehlanreize, starre Arbeitszeitmodelle und ein Lohnersatzsystem, das Arbeit oft unattraktiv macht, verändert werden.
Wachstum und Strukturwandel
Als weitere «Lebenslügen» identifiziert Kampeter die Annahmen, alles könne so bleiben wie es ist, und Wachstum sei verzichtbar. Die Zahlen sprechen gegen Deutschland: Seit 2015 wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf um weniger als drei Prozentpunkte. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 36 Prozentpunkten.
Die Vorstellung, Deutschland sei noch das Land der Dichter und Denker, sei zunehmend nostalgisch. Kontinuierlich sinkende Bildungsqualität und Grundkompetenzen führten dazu, dass viele Jugendliche ohne Abschluss die Schule verlassen. Diese Bildungsarmut sei eine sozialpolitische Zeitbombe.
Renten und Realität
Auch die politisch populäre Aussage «Die Renten sind sicher» hält Kampeter für ökonomisch unhaltbar. Der demografische Wandel treffe alle sozialen Sicherungssysteme - Renten, Pflege, Krankenversicherung. Leistungen seien ausgeweitet worden, ohne nachhaltige Finanzierungskonzepte zu entwickeln.
«Sie beruhigen – bis sie es nicht mehr tun», warnt Kampeter mit Blick auf die falschen Annahmen. Politik und Wirtschaft müssten den Mut finden, diese zu korrigieren. Das wahre Risiko sei nicht Reform, sondern Nichtstun. Deutschland könne mehr, so der BDA-Hauptgeschäftsführer. Mit Bezug auf ein Zitat von Michail Gorbatschow gelte: «Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben».
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.



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