Asylanträge in Deutschland brechen 2025 um 51 Prozent ein

upday.com 14 godzin temu
Die Zahl der Asylanträge in der EU ist 2025 um 19 Prozent gesunken (Symbolbild - KI-generiert) AI Generated Stock Image

Die Zahl der Asylanträge in der Europäischen Union ist 2025 deutlich gesunken. Laut einer internen Analyse der EU-Kommission, die der WELT AM SONNTAG exklusiv vorliegt, wurden bis Mitte Dezember rund 780.000 Anträge registriert - 19 Prozent weniger als im Vorjahr. In Deutschland fiel der Rückgang noch drastischer aus: Die Erstanträge sanken um 51 Prozent auf 113.236.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) reklamiert den Erfolg für seine strikte Migrationspolitik. «Kontrolle, Kurs und klare Kante wirken», erklärte er und kündigte an: «Wir werden diesen harten Kurs fortsetzen.» Migrationsforscher Hannes Schammann von der Universität Hildesheim widerspricht dieser Einschätzung jedoch fundamental. «Migration lässt sich kaum national steuern – Politik kann höchstens kurzfristig Anreize setzen, aber keine großen Bewegungen umkehren», sagte der Professor für Politikwissenschaft.

Kontroverse um Ursachen

Schammann führt den Rückgang primär auf externe Faktoren zurück - insbesondere den Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024. Zu Dobrindts Maßnahmen äußerte er sich kritisch: «Abschiebungen werden in ihrer Wirkung überschätzt – sie verändern die Gesamtsituation kaum, haben aber hohen symbolischen Wert.» Auch Kürzungen bei Sozialleistungen zeigten kaum Effekt, so der Experte. Er warnte, solche Maßnahmen spielten «Wasser auf die Mühlen der AfD». «Man versucht weiterhin über Migrationspolitik die AfD zu stoppen. Und das wird nicht gelingen.»

Dobrindt hatte seit Amtsantritt die Grenzkontrollen verschärft, die seine Vorgängerin Nancy Faeser (SPD) im Oktober 2023 eingeführt hatte. Zudem ordnete er Zurückweisungen an der Grenze an, verlängerte die Wartezeit für Einbürgerungen und setzte den Familiennachzug für bestimmte Schutzberechtigte aus. Die Abschiebungen stiegen 2025 um rund 20 Prozent.

EU-weite Entwicklung

Neben Deutschland verzeichneten auch andere EU-Staaten einen Rückgang. Frankreich registrierte 148.600 Anträge, Spanien 137.300 und Italien 125.800. Die Daten stammen aus einem nicht-öffentlichen Lagebericht der EU-Kommission, der auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

EU-Innenkommissar Magnus Brunner bewertete die Entwicklung positiv. «Die EU hat die Reform des Migrations- und Asylrechts konsequent vorangetrieben und zentrale Teile des Gesetzespakets umgesetzt», sagte er zum Jahreswechsel. Die Ergebnisse seien klar sichtbar. Laut der EU-Grenzschutzagentur Frontex sanken die illegalen Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen in den ersten elf Monaten 2025 um ein Viertel.

Hintergrund und Details

Hauptherkunftsländer der Asylsuchenden in Europa waren Afghanistan, Venezuela und Syrien. Für den deutlichen Rückgang syrischer Antragsteller gilt der Sturz Assads als entscheidend - viele Syrer hoffen nun auf eine Verbesserung der Lage in ihrem Heimatland.

In Deutschland spielten auch über 20.000 Folgeanträge afghanischer Frauen eine Rolle. Diese können nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs als Opfer geschlechtsspezifischer Verfolgung unter Taliban-Herrschaft Flüchtlingsschutz und Familiennachzug beantragen. Baden-Württembergs Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges (CDU) kritisierte dem Focus gegenüber die «keiner fairen Verteilung» entsprechende Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge. «Wenn ich zu den französischen Nachbarn schaue, muss ich feststellen, dass Baden-Württemberg inzwischen fast doppelt so viele ukrainische Schutzsuchende aufgenommen hat wie die gesamte Grande Nation», sagte sie.

In Spanien stellten vor allem Venezolaner Anträge - rund zwei Drittel der 137.000 Antragsteller. 94 Prozent aller etwa 88.000 Venezolaner, die in der EU Asyl beantragten, taten dies in Spanien. Die Ablehnungsquote liegt dort bei 98 Prozent, doch viele erhalten aufgrund historischer Beziehungen humanitäre Aufenthaltstitel oder Arbeitsgenehmigungen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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