Die Zahl der Asylerstanträge in Deutschland ist 2025 massiv eingebrochen. Mit 113.236 Erstanträgen verzeichnete die Bundesrepublik den niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt – 51 Prozent weniger als 2024. Die Bundesregierung wertet dies als Erfolg ihrer «Migrationswende».
Im Vergleich zu 2024 mit 229.751 Erstanträgen halbierte sich die Zahl nahezu. Gegenüber 2023 mit 329.120 Anträgen ging sie sogar um 66 Prozent zurück. Zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2016 waren es noch 722.370 Erstanträge gewesen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) führte den Rückgang auf die verschärfte Migrationspolitik zurück. In einer Mitteilung seines Ministeriums erklärte er: «Das klare Signal aus Deutschland heraus, dass sich die Migrationspolitik in Europa geändert hat, ist in der Welt angekommen.» Zu den Maßnahmen zählen Grenzkontrollen seit Oktober 2023. Die Regierung setzte zudem den Familiennachzug aus und beendete beschleunigte Einbürgerungen.
Rekord bei Folgeanträgen
Trotz sinkender Erstanträge kletterte die Gesamtzahl aller Asylanträge auf über 168.000 – deutlich mehr als erhofft. Der Grund: ein Rekord bei Folgeanträgen. Über 50.000 Menschen stellten einen Folgeantrag, mehr als 37.000 davon afghanische Staatsangehörige, darunter über 21.000 afghanische Frauen und Mädchen.
Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Herbst 2024. Demnach stuft der EuGH afghanische Frauen aufgrund der Verfolgung durch die Taliban grundsätzlich als schutzbedürftig ein – unabhängig von individuellen Verfolgungsgründen. Dies sichert ihnen Flüchtlingsstatus und privilegierten Familiennachzug.
Die Organisation Pro Asyl sieht einen weiteren Auslöser: Als die Bundesregierung ankündigte, Abschiebungen nach Afghanistan zu verstärken, habe dies in der afghanischen Community Alarm ausgelöst.
Abschiebungen deutlich gestiegen
Die Zahl der Abschiebungen stieg zwischen Januar und Oktober 2025 auf 19.538 – rund 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch die EU-Kommission meldete einen Rekord bei Abschiebungen in der gesamten Europäischen Union.
Bei den freiwilligen Ausreisen blieben die Zahlen stabil. Zwischen Januar und Oktober 2025 verließen 30.406 Menschen Deutschland mit einer Grenzübertrittsbescheinigung – ein ähnlicher Wert wie 2024 mit 33.419 Ausreisen im Gesamtjahr. Die meisten stammten aus der Türkei, Syrien, Albanien und Russland. Mindestens 16.545 Menschen erhielten bis Ende November finanzielle Unterstützung vom Bund oder den Ländern für ihre Ausreise.
Merz verfehlte eigenes Ziel
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte im April in der ARD erklärt: «Unsere Vorstellung ist die, dass wir diese Zahlen jetzt wirklich deutlich reduzieren. Das darf auch keine sechsstellige Zahl mehr sein.» Mit 113.236 Erstanträgen verfehlte Deutschland das Ziel, zum ersten Mal seit 2012 wieder unter die Marke von 100.000 zu fallen.
Die Linksfraktion übte scharfe Kritik an der Bundesregierung. Die fluchtpolitische Sprecherin Clara Bünger warf der Bundesregierung vor, sie «jagt eine politische Abschiebungsdebatte die nächste». Die Partei kündigte an, weiterhin zu kritisieren, dass Abschiebungen «immer brutaler und skrupelloser» durchgeführt würden.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.




