Cambridge-Studie entlarvt: So binden Täter Frauen emotional an sich

upday.com 2 godzin temu
Eine Cambridge-Studie analysiert die psychologischen Strategien von Tätern in gewalttätigen Beziehungen (Symbolbild - KI-generiert) AI Generated Stock Image

Eine Cambridge-Studie beleuchtet die psychologischen Strategien, mit denen Täter Frauen in gewalttätigen Beziehungen emotional binden. Die im Fachjournal "Violence against women" veröffentlichte Untersuchung verschiebt den Fokus: Statt nach Defiziten der Opfer zu fragen, analysiert sie die gezielten Taktiken der Täter. Dies ist besonders relevant, da die offiziellen Opferzahlen häuslicher Gewalt in Deutschland 2024 um 3,8 Prozent auf 265.942 stiegen – fast zwei Drittel davon Partnerschaftsgewalt.

Die Hauptautorin Mags Lesiak von der Cambridge-Universität erklärt das zentrale Muster: «Diese Beziehungen beginnen mit Verzauberung.» Die Täter zeigen zunächst intensive Zuwendung, bevor Gewalt und Grausamkeit folgen – unterbrochen von Phasen extremer Zuneigung. «Der darauffolgende Zwang und Missbrauch ist so verwirrend, dass die Opfer verzweifelt versuchen, das anfängliche Bild ihres Peinigers aufrechtzuerhalten», so die Kriminologin.

Täter nutzen Traumata gezielt aus

Die Studie identifiziert weitere Manipulationstechniken: Täter nutzen Kindheitstraumata der Frauen oder ihre eigenen, um die Opfer zu entwerten oder bloßzustellen. Sie isolieren die Frauen systematisch von Familie und Freunden. «Wie bei den Opfern in dieser Studie kann dies Frauen auch ohne physischen oder finanziellen Zwang an ihre Peiniger binden», betont Lesiak.

Barbara Wittel, Traumatherapeutin und Geschäftsführerin von Pro Familia in Stuttgart, bestätigt diese Strategien aus ihrer Praxis. Sie nennt ein Beispiel: Die 28-jährige Ella erlebte Gewalt durch ihren Partner Martin – Schubsen, Schläge auf den Arm. Nach der Geburt des ersten Kindes kippte die Beziehung vollends. Martin warf ihr vor: «Du kümmerst dich zu viel um das Kind und zu wenig um mich.» Und: «Ständig musst du das Baby wickeln.»

Die Vorwürfe wurden härter. «Du bist keine richtige Mutter», habe Martin gesagt. «Du weißt nicht, wie es geht.» Ella wurde schwanger zum zweiten Mal, suchte Pro Familia auf und entschied sich für einen Schwangerschaftsabbruch. Heute lebt sie mit ihrem Kind im Frauenhaus.

Emotionale Bindung wiegt schwerer als Geld

Wittel betont, dass emotionale Bindung oft wichtiger ist als finanzielle Abhängigkeit: «Wenn natürlich eine Frau finanziell unabhängig ist, hat sie es sehr viel leichter, vielleicht in einer anderen Stadt einen Job zu finden, sich ein neues Leben aufzubauen.» Doch: «Aber der finanzielle Aspekt kommt nach dem emotionalen Aspekt.»

Ein zentrales Warnsignal toxischer Beziehungen: Die Frau darf keine eigene Meinung mehr haben. «Das würde die Differenz zwischen zwei Personen zeigen, und die wird überhaupt nicht ausgehalten», erklärt Wittel. Der Kontakt zur Außenwelt könne lebensrettend sein: «Einen Kontakt außerhalb des Systems zu haben, das wäre manchmal lebensrettend.»

Experten loben neuen Blickwinkel

Paola Delgado Klamroth vom Bundesverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen hebt die neue Perspektive der Studie hervor – wichtig für Forschung, Prävention und Behandlung. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt würdigt den Ansatz, merkt aber an: Die kleine Stichprobe von 18 Interviews mache verallgemeinerbare Schlüsse schwierig.

Das Dunkelziffer-Problem bleibt gravierend. Eine von der Bundesregierung beauftragte Studie zeigt: Etwa jede sechste Person erlebte körperliche Gewalt durch einen Partner oder Ex-Partner. Doch nur rund drei Prozent der Betroffenen erstatteten später Anzeige bei der Polizei.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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