Nordfriesisches "Nationalfest": Warum manche Biike wichtiger als Weihnachten finden

upday.com 2 godzin temu
Am 21. Februar lodern wieder die traditionellen Biike-Feuer in Nordfriesland (Symbolbild - KI-generiert) AI Generated Stock Image

Am 21. Februar lodern entlang der nordfriesischen Küste, auf den Inseln und Halligen wieder die traditionellen Biike-Feuer. Rund 60 Feuer werden entzündet – ein jährliches Brauchtum, das längst nicht nur Einheimische anzieht, sondern auch zahlreiche Touristen an die Nordseeküste lockt. Die Veranstaltung markiert den Vorabend des Petritags und gilt als das einzige übergreifende nordfriesische Brauchtum.

Biike ist ein klassisches Winteraustreibungs- und Faschingsfeuer. Nach Reden auf Deutsch und Friesisch ertönt auf Sylt der Ruf «Tjen di Biiki ön», dann werden die Flammen entzündet. Oben auf dem Holzstoß thronen Tonnen, Fässer oder Strohpuppen, genannt «Pidder», die verbrennen. Für viele Friesen gilt Biike als «Nationalfest» – manche halten es für bedeutender als Weihnachten.

Tourismus und Kommerz

Die Tradition hat sich zu einem Touristenmagneten entwickelt. Auf Föhr werden in diesem Jahr zwölf Feuer brennen, auf Sylt zehn und auf Amrum je eins in jedem der fünf Inseldörfer. Restaurants verzeichnen eine hohe Nachfrage nach Grünkohlessen, Reservierungen sind oft nötig. Auf Föhr und Sylt können sogenannte Biikeboxen bis zum 16. Februar vorbestellt werden.

Diese Kommerzialisierung sehen manche kritisch. Christoph Schmidt, Direktor des Nordfriisk Instituut in Bredstedt, sagte: «Für so manche Einheimische ist die zwanglose Begegnung am Feuer nach wie vor das eigentliche, alles andere darf entfallen.» Offizielle Organisation, formelle Reden und Getränkestände wirken auf einige Einheimische künstlich.

Zwischen Mythos und Moderne

Viele Legenden rund um Biike entstanden erst im 19. Jahrhundert, maßgeblich geprägt vom Sylter Chronisten Christian Peter Hansen. Der Lokalhistoriker Albert Panten widerlegte Mythen wie die Wotan-Verehrung oder den Abschied von Walfängern bereits vor Jahrzehnten. Bis ins 19. Jahrhundert war der Termin flexibel und führte zu Streitigkeiten mit Geistlichen, wenn Feuer nach Fastenbeginn loderten.

Historisch war Biike ein Fest von und für Kinder und Jugendliche, die Brennmaterial sammelten und die Haufen bewachten. Auf Sylt gab es am Tag nach Biike schulfrei. Bis Anfang der 1970er Jahre waren große Biiken hauptsächlich auf den Inseln verbreitet. Auf dem Festland wurde der Brauch meist privat gepflegt.

Ein erstarkendes nordfriesisches Bewusstsein nach den frühen 1970er Jahren führte zur Verbreitung großer, zentral organisierter Feuer auf dem Festland. Seit Dezember 2014 steht das Biikebrennen im bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Der Brauch hat inzwischen auch «Nachahmer» gefunden – einzelne Biiken werden mittlerweile an der Ostküste Schleswig-Holsteins entzündet, etwa bei Flensburg.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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