Der französische Lebensmittelkonzern Danone hat am Donnerstag einen Rückruf von Aptamil-Babynahrung in Deutschland gestartet. Grund ist der Verdacht auf eine Kontamination mit Cereulid, einem bakteriellen Gift. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bestätigte die Maßnahme laut Bild-Zeitung. Die betroffenen Chargen wurden zwischen Mai und August 2025 produziert und könnten bereits an Verbraucher verkauft worden sein.
Konkret betroffen sind drei Aptamil-Produkte: Aptamil Pronutra Pre (1,2 Kilogramm) mit Mindesthaltbarkeitsdatum 19. November 2026, Aptamil Pronutra 1 DE (800 Gramm) mit dem Datum 10. November 2026 sowie Aptamil Profutura Duo Pre D (800 Gramm) mit dem Datum 20. April 2027. Der Großhändler Alliance Healthcare wurde von Danone Deutschland angewiesen, die Chargen sofort zurückzuziehen.
Cereulid ist ein Giftstoff, der nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung «Übelkeit und Erbrechen hervorrufen, in seltenen Fällen auch schwere lebensbedrohliche Vergiftungen» auslösen kann. Besonders gefährlich ist das Toxin für Säuglinge.
Branchenweiter Skandal
Der Danone-Rückruf ist Teil einer größeren Rückrufwelle in der Babynahrungsbranche. Bereits Anfang 2026 hatte der Konkurrent Nestlé zahlreiche Produkte wegen des Cereulid-Verdachts vom Markt genommen. Auch der französische Hersteller Lactalis rief Säuglingsnahrung in rund 60 Ländern zurück.
Die Kontamination stammt von einem einzigen chinesischen Zulieferer, der ARA-Öl – eine essentielle Omega-6-Fettsäure – für Babynahrung liefert. Das französische Landwirtschaftsministerium verpflichtete alle Hersteller, die ARA-Öl von diesem Lieferanten bezogen, bis Ende Dezember 2025 eigene Risikoanalysen durchzuführen.
Kritik und Ermittlungen
Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat in Frankreich gemeinsam mit acht Familien Klage eingereicht. Der Vorwurf: Unternehmen und Behörden hätten zu spät reagiert und «Produkte in Umlauf gebracht, die die Gesundheit von Babys gefährden». In Frankreich prüfen Ermittler einen möglichen Zusammenhang zwischen zwei Säuglingstodesfällen und den zurückgerufenen Produkten.
Danone Deutschland betonte in einem Schreiben, die eigenen Qualitätskontrollen hätten bestätigt, dass die «Produkte sicher sind und den geltenden Vorgaben entsprechen». Dennoch führe man «aufgrund der aktuellen Dynamiken in der Säuglingsnahrungsbranche sowie der sich weiterentwickelnden internationalen Empfehlungen verschiedener Behörden» in Abstimmung mit den deutschen Behörden den Rückruf durch. Die Danone-Aktie verlor in den vergangenen zwei Wochen fast 13 Prozent.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.











