Iranische Christen in Berlin bangen um Familien - Todesstrafe im Iran droht Konvertiten

upday.com 3 godzin temu
Iranischer Flüchtling Ebrahim Javaheri mit seinem Sohn in der Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz (Symbolbild) (Photo by Tom Stoddart/Getty Images) Getty Images

Iranische Christen in der evangelisch-lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz leben in großer Sorge um ihre Familien im Iran. Die brutale Niederschlagung von Protesten durch das Regime und eine Internet-Blockade machen die Kommunikation nahezu unmöglich.

Gleichzeitig verschärft sich die Debatte um Abschiebungen: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) lehnt einen bundesweiten Abschiebestopp für Iraner ab – trotz wachsender Kritik an der Asylpraxis für konvertierte Christen.

Pfarrer Gottfried Martens, Gemeindevorsteher der Berliner Gemeinde, sagte der KNA: «Viele von ihnen machen sich irre Sorgen um ihre Familien. Sie haben selbst die Brutalität dieses Regimes vor ihrer Flucht erlebt und können sich gut vorstellen, was sich dort gerade ereignet.» In der Gemeinde leben etwa 1.000 Menschen mit iranischen und 400 mit afghanischen Wurzeln.

Familien im Iran unerreichbar

Der Iraner Ilyas berichtet der KNA, seine Familie sei aus der Stadt geflohen: «Sie haben mir am Telefon erzählt, dass sie dorthin geflohen sind, weil in der Stadt niemand mehr sicher ist.» Die Familie besitze in der Nähe von Täbriz auf dem Land ein Haus, wo sie Zuflucht gesucht habe.

Ibrahim aus Teheran kann seine Familie in der iranischen Hauptstadt nicht mehr erreichen, berichtete er der KNA.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtet, das iranische Regime setze scharfe Munition gegen Demonstranten ein. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete unter Berufung auf eine interne Quelle des Regimes 5.000 Tote.

Dobrindt gegen bundesweiten Abschiebestopp

Im Bundestag lehnte Dobrindt einen generellen Abschiebestopp für Iraner ab. Deutschland habe «ein großes Interesse daran», Straftäter abzuschieben. «Deswegen bin ich nicht bereit, einen Abschiebestopp zu verhängen, wo Straftäter sich dann auch noch davonmachen können.», so der Innenminister.

Das Saarland und Rheinland-Pfalz setzen bereits eigenständig Abschiebungen nach Iran aus.

Für iranische Konvertiten ist die Lage besonders prekär: Im Iran droht ihnen die Todesstrafe wegen Abfall vom Islam. Doch auch in Deutschland haben sie laut Martens kaum eine Chance auf Anerkennung. «Über die Haltung der deutschen Regierung, gerade gegenüber konvertierten Christen aus dem Iran, sind wir mittlerweile völlig desillusioniert», sagte er der KNA.

Das Bundesverfassungsgericht bestätigte im Mai 2020 die Ablehnung eines Asylantrags eines iranischen Konvertiten durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Die Begründung: mangelnde tiefe Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben und mögliche asyltaktische Motive für die Konversion.

Zwischen Hoffnung und Enttäuschung

Viele Gemeindemitglieder demonstrieren gegen die Gewalt im Iran. Ibrahim sagte der KNA, er wünsche sich für sein Land: «Freiheit. Und einen Ort, wo wir im Iran leben können.»

Martens beobachtet unterschiedliche politische Positionen zur Zukunft des Irans in seiner Gemeinde und sagte der KNA: «Ihr politisches Engagement fällt sehr unterschiedlich aus. Viele Positionen zur Zukunft des Irans finden ihren Platz. Das finde ich gut.»

Gleichzeitig haben viele Iraner in Deutschland bereits tiefe Wurzeln geschlagen, einige waren schon im Iran in geheimen christlichen Hausgemeinden aktiv. Martens hebt die Solidarität innerhalb der Gemeinde hervor: Mitglieder mit afghanischen Wurzeln teilen die Sorgen ihrer iranischen Glaubensgeschwister – trotz der historischen Diskriminierung von Afghanen in der iranischen Gesellschaft.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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