Bundeskanzler Friedrich Merz hat seinen zweitägigen Indien-Besuch begonnen und ist in Ahmedabad, der Heimatregion von Ministerpräsident Narendra Modi, eingetroffen. Zunächst besuchten beide ein Ashram des indischen Nationalhelden Mahatma Gandhi. Danach nahmen sie am traditionellen Drachenfestival teil. Der Besuch unterstreicht Deutschlands Bemühungen, seine Partnerschaften breiter aufzustellen.
Modi empfing Merz in Ahmedabad, einer Stadt mit acht Millionen Einwohnern, in der Gandhi von 1918 bis 1930 in einem Meditationsort lebte. Die Wahl des Ortes ist bedeutsam: Seit seinem Amtsantritt 2014 hat Modi bereits mehrere Staats- und Regierungschefs in seiner Heimatregion empfangen, darunter US-Präsident Donald Trump, den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Große Plakate mit Merz und Modi schmückten die Straßen.
Im Gästebuch des Ashrams schrieb Merz: «unerschütterlicher Glaube an die Kraft der Freiheit und die Würde jedes Menschen inspiriert uns bis heute.» Er fügte hinzu: «Dieses Menschheitserbe verbindet Inder und Deutsche als Freunde in einer Welt, die Gandhis Lehre heute wohl nötiger hat denn je.» Das Drachenfestival markiert traditionell den Übergang vom Winter zum Sommer.
Wirtschaft und Verteidigung im Fokus
Die politischen Gespräche zwischen Merz und Modi konzentrieren sich darauf, die Wirtschaftsbeziehungen auszubauen und die Verteidigungskooperation zu stärken. Ein U-Boot-Deal im Wert von acht Milliarden Euro steht im Raum: Deutschland könnte sechs U-Boote liefern, die eine Werft in Mumbai bauen soll. Das deutsche Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems ist potenziell an dem Geschäft beteiligt.
Indien steht derzeit nur auf Platz 23 der deutschen Handelspartner. Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und Indien begannen vor 18 Jahren, brachen aber mehrfach ab. Ende Januar plant die EU einen Gipfel mit Indien in Neu-Delhi, doch ob beide Seiten das Abkommen bis dahin abschließen, ist ungewiss.
Russland-Thema als Herausforderung
Ein heikles Thema ist Indiens enge Beziehung zu Russland. Indien bezieht einen Großteil seines Öls aus Russland, was den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mitfinanziert. Modi traf sich erst im Dezember mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Neu-Delhi. In der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) enthielt sich Indien einer Verurteilung der russischen Invasion.
Deutschland hofft, Indien von russischen Militärlieferungen weniger abhängig zu machen. Modis besonderer Draht zu Putin könnte ihn zugleich zu einem wichtigen diplomatischen Akteur für Friedensbemühungen in der Ukraine machen.
Fachkräfte aus Indien gesucht
Deutschland wirbt aktiv um Fachkräfte aus Indien. Die Ampel-Regierung hatte im Oktober 2024 eine entsprechende Strategie beschlossen. Laut der Bundesanstalt für Arbeit stieg die Zahl indischer Arbeitskräfte in Deutschland von knapp 25.000 im Jahr 2015 auf knapp 170.000 im Jahr 2025. Knapp 60.000 sind Studierende und bilden damit die größte Gruppe ausländischer Studenten in Deutschland.
Von Indien aus reist Merz weiter nach Japan und China. Dass Merz Indien im Reiseplan priorisiert, spiegelt Deutschlands Anpassung an eine neue Weltunordnung wider.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.






