Jeder zweite Bekleidungshändler hat 2025 Verluste gemacht. Der Handelsverband Textil Schuhe und Lederwaren (BTE) zieht eine negative Bilanz und erwartet für 2026 weitere Insolvenzen. Grund sind zurückhaltende Verbraucher, hohe Kosten und die aggressive Konkurrenz durch Online-Riesen wie Temu und Shein.
Die Zahlen sind alarmierend: Der Gesamtumsatz mit Bekleidung in Deutschland lag bei gut 57 Milliarden Euro – nominal ein Plus von etwa einem Prozent, preisbereinigt jedoch ein Minus von rund zwei Prozent. Bei Schuhen fiel der Rückgang mit knapp 11,5 Milliarden Euro noch stärker aus. BTE-Präsident Mark Rauschen bezeichnete die Entwicklung als «dramatisch» und warnte: «Der Exitus unserer Branchen muss gestoppt werden.»
Die Konsumflaute trifft die Branche hart. 45 Prozent der Verbraucher planen, 2026 weniger für Mode und Accessoires auszugeben. Eine repräsentative Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln zeigt: Menschen investieren ihr Geld lieber in Urlaub, Freizeit, Sport und langlebige Produkte. Carina Habke, Branchenexpertin beim IFH, erklärte: «Mode wird aus Konsumentensicht zunehmend als klassisches Sparsortiment wahrgenommen». BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels ergänzte: «Urlaub bietet eine Auszeit von Alltag und Sorgen. Das suchen viele Menschen derzeit verstärkt.»
Online-Druck
Der Online-Handel setzt die stationären Geschäfte massiv unter Druck. Mehr als 40 Prozent der Mode- und Accessoires-Umsätze laufen über das Internet. Besonders die asiatischen Plattformen Temu und Shein ziehen Kunden mit Niedrigpreisen an – ein geschätzter Umsatzverlust von rund drei Milliarden Euro allein in Deutschland. Stationäre Händler reagieren mit Dauerrabatten, um volle Lager zu leeren, was die Margen weiter schmälert.
Insolvenzen und Schließungen
Die Krise zeigt sich auch in prominenten Pleiten. 2025 meldeten Gerry Weber, Görtz, Closed und Eterna Insolvenz an. Im Januar scheiterte die Rettung des Herrenausstatters Wormland. Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, stellte fest: «Das Insolvenzgeschehen im Mode- und Bekleidungshandel hat sich 2025 weiter zugespitzt». Auch große Player ziehen Konsequenzen: Zalando kündigte die Schließung seines Logistikzentrums in Erfurt an. Die Schließung betrifft 2.700 Mitarbeiter. Der Textildiscounter Kik schließt unrentable Filialen.
Langfristiges Händlersterben
Die Branche schrumpft seit Jahren dramatisch. Die Zahl der Bekleidungshändler in Deutschland sank von knapp 22.900 im Jahr 2010 auf rund 12.050 in 2025. Bei Schuhhändlern halbierte sich die Zahl im selben Zeitraum von mehr als 5.000 auf etwa 2.450. Mark Rauschen warnte vor einem «Horrorszenario» – dem Zusammenbruch der bestehenden stationären Handelsstrukturen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








