Der Vorstandschef des Chemiekonzerns Evonik, Christian Kullmann, warnt vor einer Annäherung mittelständischer Unternehmen an die AfD. «Gerade im Mittelstand gibt es Tendenzen, sich an Positionen der AfD anzunähern», sagte der 56-Jährige dem Spiegel. Diese Entwicklung hält er für «fatal».
Kullmann fordert eine klare Haltung der deutschen Wirtschaft: «Ich halte das für fatal und plädiere dafür, dass sich die Industrie als Ganzes klar bekennt: nicht mit denen!» Der Manager zeigt sich besorgt über die politische Stimmung im Land. «Viele Wähler ziehen mittlerweile ein autoritäres Aufräumen dem demokratischen Diskurs vor», sagte Kullmann dem Nachrichtenmagazin.
Verband lud AfD ein
Seine Kritik zielt auf konkrete Vorfälle. Im Oktober 2025 hatte der Verband der Familienunternehmen erstmals AfD-Vertreter zu einem Parlamentarischen Abend in Berlin eingeladen. Die Einladung löste heftige Reaktionen aus: Die Unternehmen Rossmann, Vorwerk und Fritz-Kola traten aus dem Verband aus. Daraufhin zog der Verband die Einladung zurück und räumte einen Fehler ein.
Ein weiteres Beispiel ist der 86-jährige Molkerei-Unternehmer Theo Müller. Ende Januar wehrte er sich juristisch gegen Vorwürfe, die AfD zu unterstützen. Er betonte, weder Mitglied zu sein noch Geld gespendet zu haben. Allerdings räumte Müller in einem Zeitungsinterview regelmäßige Kontakte zur AfD-Chefin Alice Weidel ein, die er als Freundin bezeichnete. Auf die Frage, ob er interessierter Beobachter oder Sympathisant der AfD sei, antwortete er: «Irgendwas dazwischen.»
Kullmann sieht in der wirtschaftlichen Unsicherheit einen Grund für diese Entwicklung. Viele Menschen fürchteten Wohlstandsverlust und sozialen Abstieg. «Genau deshalb ist es so wichtig, unsere Industrie zu stärken», sagte er dem Spiegel. Evonik erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von 15,2 Milliarden Euro und beschäftigt über 30.000 Mitarbeiter.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








