Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) will das sogenannte N-Wort weiter verwenden. Im Podcast "Meine schwerste Entscheidung" der Funke Mediengruppe bekräftigte der 53-Jährige seine umstrittene Position – trotz massiver Kritik und seines Parteiaustritts bei den Grünen. Seine Begründung: Die "Moralisierung" einzelner Wörter treibe Menschen zur AfD.
«Es gibt keinen Grund, einzelne Wörter zu tilgen. Und schon gar nicht zu behaupten, dieses eine einzige Wort - über das wir jetzt natürlich nicht reden - sei schlimmer als Hitler oder Holocaust», sagte Palmer im Podcast. Auf die Bemerkung, er benutze das Wort weiter, antwortete er knapp: «Natürlich.»
Palmers Argumentation zur Sprachregelung
Palmer lehnt ab, was er als "Sprachregulierung" bezeichnet. «Das macht Leute kirre, das treibt sie zur AfD, das macht sie wütend», so der Oberbürgermeister. Entscheidend sei der Kontext: «Nicht das Wort an sich» sei das Problem, sondern wie es verwendet werde. «Wenn ich darüber rede, dass ein bestimmtes Wort in einem bestimmten Kontext zum Beispiel von einer Autorin benutzt wurde und das Wort dann ausspreche, hat es null und gar nichts Verwerfliches.»
Das N-Wort ist ein rassistischer Begriff. Deutsche verwendeten das Wort früher verbreitet für Schwarze Menschen.
Vorgeschichte: Facebook-Post und Parteiverfahren
Palmers Haltung hat bereits politische Konsequenzen nach sich gezogen. 2021 verwendete der damalige Grünen-Politiker das N-Wort in einem Facebook-Post über den früheren Fußball-Nationalspieler Dennis Aogo, der einen nigerianischen Vater hat.
Die Staatsanwaltschaft Tübingen stellte wenige Monate später ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung und Beleidigung ein. Ein Parteiordnungsverfahren der Grünen endete mit einem Kompromiss: Palmer musste seine Parteimitgliedschaft aussetzen. 2022 wählten ihn die Bürger als unabhängigen Kandidaten für weitere acht Jahre im ersten Wahlgang zum Oberbürgermeister wieder.
2023 eskalierte die Situation erneut. Auf einer Migrationskonferenz in Frankfurt vor der Goethe-Universität verwendete Palmer das N-Wort abermals. Als Demonstranten "Nazis raus" riefen, konterte er: «Das ist nichts anderes als der Judenstern. Und zwar, weil ich ein Wort benutzt habe, an dem Ihr alles andere festmacht. Wenn man ein falsches Wort sagt, ist man für Euch ein Nazi. Denkt mal drüber nach.»
Der Vergleich mit dem Judenstern löste massive Empörung aus. Palmer trat aus den Grünen aus.
Im aktuellen Podcast nannte er die Äußerung in Frankfurt einen schweren Fehler. Es habe der Eindruck entstehen können, er relativiere den Holocaust. Dennoch bleibt er bei seiner grundsätzlichen Position: «Dass die Aussprache eines Wortes eine politische Karriere beenden kann, also sorry, wer solche Maßstäbe für richtig hält, meine sind es nicht.»
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.







