Die IG Metall hat Unternehmen zum Bekenntnis für den Standort Deutschland aufgefordert und droht mit Konfrontation. «Sollte der industrielle Kahlschlag nicht aufhören, werden wir auf Konflikt schalten», erklärte die größte deutsche Einzelgewerkschaft. Mit der «Initiative für Arbeit und Aufschwung» drängt die IG Metall auf klare Zusagen gegen Verlagerungen, Werksschließungen und Kündigungen.
Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund massiver Arbeitsplatzverluste. Im vergangenen Jahr gingen in den von der IG Metall organisierten Sektoren mehr als 140.000 Jobs verloren. Die Mitgliederzahl der Gewerkschaft sank um 3,9 Prozent auf 2,02 Millionen – vor zehn Jahren waren es noch 2,27 Millionen. In der Metall- und Elektroindustrie, der größten Branche, wurden über 100.000 Stellen abgebaut, aktuell sind noch 3,8 Millionen Menschen beschäftigt.
Dramatische Entwicklung in Nordrhein-Westfalen
Besonders drastisch zeigt sich die Krise in Nordrhein-Westfalen. Die IG Metall verlor dort zum Jahreswechsel 4,4 Prozent ihrer Mitglieder, deutlich mehr als die 2,9 Prozent im Jahr 2024. Mit 436.083 Mitgliedern hat die Gewerkschaft in NRW rund 100.000 Mitglieder weniger als vor zehn Jahren. Betroffen sind traditionsreiche Unternehmen wie Ford Deutschland und Thyssenkrupps Stahlsparte.
«Wir verlieren alleine in unserer größten Branche, der Metall- und Elektroindustrie NRW, jeden Monat 2.100 Arbeitsplätze», sagte Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW. «In den anderen Branchen sehe es nicht besser aus.» Seine Bilanz: «Wo man hinschaut: Die Hütte brennt. Das schlägt dann auch in unserer Mitgliederentwicklung durch.»
Forderungen an Politik und Arbeitgeber
Die IG Metall will mit ihrer Initiative Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften auf Länderebene zusammenbringen. Ziel ist es, Arbeitsplatzsicherheit mit Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und Wohlstand zu verbinden. Unternehmen sollen in neue Technologien und Produkte investieren – etwa in den Bereichen Energie, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung sowie Medizintechnik.
IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: «Wir erwarten von den Arbeitgebern, unsere Initiative aktiv zu unterstützen.» Giesler forderte von der Politik schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie deutlich höhere Infrastrukturinvestitionen. Bei Investitionen und Auftragsvergaben müsse die lokale Wertschöpfung gestärkt werden.
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hatte im Dezember gewarnt, dass die hohen Produktions- und Arbeitskosten in Deutschland Zehntausende weitere Arbeitsplätze gefährden. Beschäftigte in der Metallindustrie hatten zuvor bereits Milliarden Euro an Verzicht geleistet, um Zehntausende Arbeitsplätze und Investitionen zu sichern.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








