Wo sind Amseln und Meisen geblieben? Wintervögel zählen ab Freitag

upday.com 1 dzień temu
Die Amsel ist ein häufiger Gast in Gärten, doch mancherorts zeigt sie sich seltener. (Symbolbild) Oliver Berg/dpa

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) rufen zur bundesweiten "Stunde der Wintervögel" auf. Von Freitag bis Sonntag, dem 9. bis 11. Januar, können Bürger eine Stunde lang Vögel in ihrer Umgebung zählen und die Beobachtungen bis zum 19. Januar melden. Die 16. Auflage der größten wissenschaftlichen Mitmachaktion Deutschlands findet vor dem Hintergrund statt, dass Beobachter im vergangenen Jahr weniger häufige Vogelarten an Futterstellen sichteten.

Die Teilnahme ist einfach: Vom Garten, Balkon, Park oder Fenster aus zählen Teilnehmer eine Stunde lang. Dabei notieren Teilnehmer die höchste Anzahl jeder Vogelart, die gleichzeitig zu sehen ist. Meldungen erfolgen über die kostenlose App "Nabu Vogelwelt" oder die Websites www.stundederwintervoegel.de und www.nabu.de/onlinemeldung. Im vergangenen Jahr beteiligten sich bundesweit mehr als 122.000 Menschen.

Weniger Vögel an Futterstellen

Im vergangenen Jahr sichteten Beobachter deutlich weniger Amseln, Haussperlinge, Feldsperlinge, Kohl- und Blaumeisen an Futterstellen. LBV-Biologin Angelika Nelson relativiert: «Das ist eine Momentaufnahme.» Das Wetter spiele eine große Rolle - mildere Winter führen dazu, dass Vögel weniger auf Gärten als Futterquelle angewiesen sind.

Dennoch bereitet eine langfristige Entwicklung Experten Sorge. Wolfgang Fiedler vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie erklärt: «Bei den häufigen Arten haben wir fast überall einen schleichenden Schwund.» Anders als bei seltenen Arten seien die Ursachen oft schwer zu identifizieren. Beim Usutu-Virus etwa verschwanden Amseln in der Mannheimer Region nahezu vollständig: «Dort, wo die Lebensräume einigermaßen in Ordnung sind, konnte sich die Populationen wieder erholen. An anderen Stellen schafft sie es nicht so gut», so Fiedler.

Datensammlung und Artenschutz

Die Zählaktion soll helfen, Veränderungen besser zu verstehen. NABU-Expertin Janice Pahl betont: «Unsere Zählaktion ermöglicht es, da dann genauer hinzuschauen und zu gucken, was können dafür die Gründe sein.»

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten meldet zwar für einige Arten wie Amseln, Haussperlinge und Meisen stabile bis steigende Brutbestände, beim Feldsperling zeigen die Daten jedoch einen Rückgang.

Neben der Datenerhebung verfolgt die Aktion ein weiteres Ziel: Menschen für heimische Vogelarten zu begeistern. «Welche Vögel gibt es bei uns? Welche kommen in meinem Garten vor?», formuliert Nelson die Kernfragen. «Wenn man die Arten kennt und sich daran erfreut, diese zu beobachten, dann will man die auch schützen.»

Praktische Hilfe für Vögel

Experten empfehlen konkrete Maßnahmen: Nistkästen aufhängen, heimische Pflanzen und Hecken pflanzen, Glasscheiben sichern. Wolfgang Fiedler betont: «Das Wichtigste ist, dass man Gärten hat, die eine stabile Nahrungsgrundlage bilden und dass man dafür sorgt, dass genügend Nistplätze vorhanden sind.» Angelika Nelson sieht darin einen besonderen Anreiz: «Das Schöne ist eben, dass die Leute direkt etwas vor ihrer Haustür machen können und dann die Erfolge sehen.»

In München organisiert der LBV am 9. Januar um 14 Uhr eine gemeinsame Zählaktion im Englischen Garten - Treffpunkt ist die Bushaltestelle "Chinesischer Turm". Teilnehmer müssen sich voranmelden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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