Die schwache Wintersonne in Deutschland lässt die Körper-eigene Vitamin-D-Produktion zusammenbrechen. Doch Experten geben Entwarnung: Gesunde Erwachsene brauchen in der Regel keine Tabletten – trotz monatelanger Dunkelheit von Oktober bis März.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) klärt auf: Der Körper produziert 80 bis 90 Prozent seines Vitamin-D-Bedarfs durch Sonnenlicht. Nur 10 bis 20 Prozent kommen über die Nahrung – etwa durch fetten Fisch wie Hering oder Makrele. «Vitamin D regelt den Calcium- und den Phosphat-Stoffwechsel und fördert dadurch die Härtung des Knochens», erklärt Silke Restemeyer von der DGE. Das Vitamin stärkt zudem Muskeln und Immunsystem.
Im Sommer genügen fünf bis 25 Minuten Sonne auf Gesicht, Hände und Arme – zwei bis drei Mal pro Woche, abhängig von Hauttyp und Jahreszeit. Doch von Oktober bis März ändert sich die Lage radikal. «Im Gegensatz zu den Sommermonaten von April bis September ist in den Monaten von Oktober bis März die Sonnenbestrahlung in Deutschland nicht stark genug, um eine ausreichende Vitamin-D-Bildung zu gewährleisten», so Restemeyer. Der Körper zehrt von seinen Speichern, die erst im Frühjahr wieder aufgefüllt werden.
Wer wirklich Tabletten braucht
Für bestimmte Risikogruppen empfehlen Mediziner Vitamin-D-Präparate. Babys erhalten im ersten Lebensjahr standardmäßig Tabletten. «Heute gibt man den Säuglingen regelhaft Vitamin-D-Tabletten, um die Knochenerweichung zu verhindern», sagt Stephan Scharla von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Kinderärzte diskutieren sogar, die Empfehlung bis zur Pubertät auszuweiten – besonders für Stadtkinder, die viel Zeit drinnen verbringen.
Auch ältere Menschen, Personen mit dunkler Hautpigmentierung, Menschen die ihre Haut im Freien bedecken und Patienten mit Knochenkrankheiten wie Osteoporose profitieren von Supplementierung. Scharla vermutet einen Zusammenhang mit modernen Lebensstilen: «Vielleicht hängt das auch mit der modernen Lebensweise zusammen, dass die Jugendlichen heute auch nicht mehr so viel draußen sind, sondern mehr den Sport am Bildschirm mit den Fingern betreiben, Gaming und so weiter.»
Neuer internationaler Konsens
Die DGE schätzt den täglichen Vitamin-D-Bedarf auf 20 Mikrogramm (800 internationale Einheiten) für Menschen ab einem Jahr – vorausgesetzt, die Haut produziert kein Vitamin D. Doch das Bundesinstitut für Risikobewertung stellt klar: «Personen mit einem angemessenen Vitamin-D-Status haben in der Regel keinen zusätzlichen Nutzen durch die Einnahme von Vitamin D.»
Scharla bestätigt den wissenschaftlichen Wandel: «Der neue Konsensus international ist, dass gesunde Erwachsene eigentlich keine Vitamin-D-Tabletten brauchen.» Studien hätten keine nachweisbaren Effekte auf Knochen, Herz-Kreislauf-System oder Krebsrisiko gezeigt.
Wer sich schwach, müde oder unwohl fühlt, sollte dennoch zum Arzt. «Wenn man merkt, ich bin schwach und müde und fühle mich nicht gut. Das sollte man auf jeden Fall abklären lassen», rät Scharla. «Das kann ein Vitamin-D-Mangel sein, aber es kann natürlich auch andere Ursachen haben, die anders behandelt werden müssen.»
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.









