Helge Schneider wird 70 - und feiert auf der Bühne

upday.com 6 godzin temu
In «The Klimperclown» gibt es auch autobiografische Einblicke. (Archivbild) -/SWR Presse/Bildkommunikation/dpa

Helge Schneider feiert seinen 70. Geburtstag am heutigen Samstag auf typische Art: mit einem Auftritt auf der Open-Air-Bühne im Hamburger Stadtpark. Der Mann mit dem absurden Humor gehört zu den beliebtesten Komikern Deutschlands und ist vermutlich der einzige Künstler, der gleichzeitig Filme dreht, Bücher schreibt und rund ein Dutzend Musikinstrumente spielt.

Der Allroundkünstler passt in keine Schublade und nennt sich selbst oft Clown oder «Klimperclown» - wie sein aktueller Film mit autobiografischen Zügen heißt. Schneider stammt aus Mülheim an der Ruhr und ist dort bis heute verwurzelt, wo er auch sein Studio voller Instrumente hat.

Vom Schulabbrecher zum Jazzmusiker

Klavier und Cello spielt Schneider bereits als Junge. Nach der neunten Klasse bricht er die Schule ab und versucht sich in verschiedenen Jobs als Raumausstatter, Bauzeichner oder im Gartenbau. Am Musikkonservatorium gibt er schnell auf.

Als Jazzmusiker startet er in den 70er Jahren durch - solo, mit Band und mit viel Spaß am albern-anarchischen Witz. So bringt er das Publikum als selbst ernannte «singende Herrentorte» zum Lachen.

Durchbruch mit «Katzeklo» und «Wetten, dass..?»

«Katzeklo» wird zu einem Riesenerfolg, ausgekoppelt aus seinem Doppelalbum «Es gibt Reis, Baby» (1993). Sein legendärer Auftritt bei «Wetten, dass..?» im Jahr 1994 macht ihn einem Millionenpublikum bekannt. Die Platte «Sommer, Sonne, Kaktus!» landet 2013 sogar auf Platz eins der Charts.

Typisch für Schneider: Er improvisiert leidenschaftlich gerne. Inzwischen hat er mehrere Tausend Shows absolviert, in rund fünf Jahrzehnten auf der Bühne. Aktuell tourt er quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz mit «Ein Mann und seine Musik».

Vielseitiges Talent und Auszeichnungen

Sein schrilles Outfit mit bunten Krawatten, grellen Farben und gerne strubbeligem «Haarteil» gehört zu seinen Markenzeichen, ebenso seine mitunter nuschelnde Aussprache. Sein breites Können als Jazzmusiker - er spielt Hammondorgel, Klavier, Gitarre, Schlagzeug, Cello, Akkordeon und viele Blasinstrumente - ist hoch respektiert.

Den Kunstpreis NRW hat der Komponist und Musiker 2023 «als legendäres Musiktalent» erhalten. Als Schauspieler ist er in verschiedene Rollen geschlüpft und hat mehrere Filme gedreht, darunter «00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter» (1994).

Autor und Filmemacher

Als Buchautor schrieb Schneider zahlreiche Werke, etwa den skurrilen Roman «Eiersalat: Eine Frau geht seinen Weg» (1999). Er schuf auch eine Krimi-Reihe, in der sein Alter Ego Kommissar Schneider ermittelt - zuletzt in «Stepptanz» (2023). Eine eigene Talkshow beim WDR beendete er 2012 hingegen schnell.

Sein Film «The Klimperclown» ist als ARD-Doku seit Anfang August im Kino zu sehen und in der Mediathek. Die Produktion entstand ohne Drehbuch und zeigt alte Fotos und Videos aus seinem Leben.

Privatleben bleibt tabu

Sein Privatleben schützt der Künstler konsequent - das ist für ihn tabu. Er hat sechs Kinder von vier Frauen. In «The Klimperclown» gibt er einige Einblicke: Die Mutter war Sekretärin beim Finanzamt, der Vater Fernmelderevisor. «Das waren ganz anständige Leute», sagt er.

Spanien sei ihm zweite Heimat geworden, schildert Schneider in dem Film. Allerdings sollte man nicht alles für bare Münze nehmen, was er über sein Leben ausplaudert. Der Komiker hält sich mit Walken fit, gegen Arthrose - und das möglichst früh, «wenn keiner guckt».

Keine große Geburtstagsfeier geplant

Schneider kann auch schlechte Laune haben. Eine «Strandkorb Open Air»-Reihe brach er vor rund fünf Jahren ab, weil ihn die Getränkeversorgung nahe der Bühne nervte. Mit dem Internet hadert er sehr, Künstliche Intelligenz in der Kunst stört ihn.

Zu seinem 65. Geburtstag hatte er noch verraten: Weil er so ungern tagelang aufräume - so wie zuletzt nach seiner Party zum 50. - werde er erst wieder zu seinem 100. Geburtstag groß feiern.

(dpa) Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz überarbeitet.

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