Über kritischer Infrastruktur in Baden-Württemberg werden zunehmend Drohnen gesichtet. Das Landeskommando Baden-Württemberg der Bundeswehr schlägt Alarm: «In den vergangenen Monaten beobachten wir auch in Baden-Württemberg eine deutliche Zunahme sicherheitsrelevanter Drohnenvorfälle über ziviler wie militärischer Infrastruktur», erklärte ein Sprecher. Die Bundeswehr bewertet die meisten Vorfälle als Teil hybrider Kriegführung gegen Deutschland.
Die Zunahme begann mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Februar 2022. Seitdem registrieren Behörden und Unternehmen vermehrt verdächtige Drohnenflüge über sensiblen Einrichtungen. «Wir nehmen diese Vorfälle sehr ernst und bewerten sie in den meisten Fällen als Teil hybrider Kriegführung gegen uns», so der Sprecher des Landeskommandos.
Auch der Energieversorger EnBW, der drittgrößte in Deutschland, meldet deutlich mehr Sichtungen. Das Unternehmen registrierte 2025 mehr Drohnensichtungen als in den Vorjahren. «Da Drohnen oft nur zufällig entdeckt werden, sind wahrscheinlich nicht alle entsprechenden Fälle dokumentiert», räumte ein Sprecher ein. EnBW informiert die Sicherheitsbehörden bei jedem Verdacht auf nicht autorisierte Drohnenflüge.
Flughäfen im Visier
Die Deutsche Flugsicherung zählte bis November 2025 am Flughafen Frankfurt 45 Drohnensichtungen. An den Flughäfen Köln/Bonn waren es 14 Fälle, in Hamburg 13 und in München zwölf. In Frankfurt wurde ein Drohnenpilot festgenommen. Der Flughafen Stuttgart blieb 2025 von relevanten Vorfällen verschont, die den Flugbetrieb beeinträchtigt hätten.
Die Bundeswehr hat ihre Schutzkonzepte für eigene Liegenschaften verschärft. «An besonders zu schützenden Standorten halten wir geschultes Personal und Abwehrsysteme z.B. gegen Klein- und Kleinstdrohnen bereit», erklärte der Sprecher des Landeskommandos. Die Maßnahmen richten sich nach der jeweiligen Gefährdungslage vor Ort.
Auch die Deutsche Bahn betont die Bedeutung des Schutzes. «Im Bahnverkehr ist Sicherheit in jeder Hinsicht oberstes Gebot», sagte eine Bahnsprecherin. Das Unternehmen begrüßt die Pläne von Bund und Ländern für Drohnenabwehrsysteme. Die Bundespolizei, zuständig für Bahnanlagen, äußerte sich nicht zu konkreten Zahlen von Drohnensichtungen.
Strobl fordert bessere Abwehr
Innenminister Thomas Strobl (CDU) warnte Ende November vor den Gefahren, dämpfte aber zugleich die Bedrohungslage: «Die Drohnen-Terrorgefahr ist jetzt in Baden-Württemberg nicht so, dass wir das Bedrohungsland Nummer eins in der Bundesrepublik Deutschland sind.» Dennoch forderte er schnellere Fortschritte und mehr Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft bei der Drohnenabwehr.
Anfang 2026 ist eine Innovationskonferenz zu Drohnen geplant. Ziel ist es, «in einem engen Schulterschluss von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft einen umfassenden und einheitlichen Schutzschirm über die für die Versorgung der Bevölkerung Kritischen Infrastrukturen zu spannen».
Konkrete Zahlen zu Drohnensichtungen über kritischer Infrastruktur in Baden-Württemberg halten die Verantwortlichen aus Sicherheitsgründen zurück. Ausländische Nachrichtendienste nutzen laut Sicherheitsexperten alle verfügbaren technischen Mittel, einschließlich Drohnen, zur Informationsbeschaffung. Die Zuordnung konkreter Urheber bleibt bei vielen Vorfällen schwierig.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.




