Jeder vierte Fahrer tippt am Steuer - Experten fordern KI-Kamera-Überwachung

upday.com 3 godzin temu
So ist es derzeit erlaubt: Das Handy steckt in der Halterung und wird nur kurz vom Fahrer beachtet. (Symbolbild) Jan Woitas/dpa

Der Verkehrsgerichtstag in Goslar will ab Mittwoch über schärfere Maßnahmen gegen Handynutzung am Steuer beraten. Experten fordern höhere Strafen, den bundesweiten Einsatz von Kamera-Überwachungssystemen und weniger ablenkende Funktionen in Fahrzeugen. Der Hintergrund: Tippen während der Fahrt erhöht das Unfallrisiko um das Sechsfache.

Die Zahlen zeigen das Ausmaß des Problems. Fast jeder vierte Fahrer schrieb 2023 während der Fahrt Nachrichten oder E-Mails, wie eine Umfrage der Unfallforschung der Versicherer ergab. Die aktuellen Strafen von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg gelten als unzureichend.

Forderungen nach härteren Strafen

Kirstin Zeidler, Chef-Unfallforscherin im Gesamtverband der Versicherer, schlägt zwei statt einem Punkt für Handyverstöße vor. Siegfried Brockmann von der Björn Steiger Stiftung fordert deutlich höhere Bußgelder. Beide Experten verlangen den bundesweiten Einsatz sogenannter Monocams.

Diese Kamerasysteme filmen Fahrer von erhöhten Positionen wie Autobahnbrücken. Eine Künstliche Intelligenz erkennt mögliche Handynutzung, Polizisten prüfen anschließend die Aufnahmen. Der ADAC unterstützt die Technologie: «Nur wenn das Entdeckungsrisiko hoch genug ist, entfalten Sanktionen eine abschreckende Wirkung.»

Erfolge in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz sind Monocams seit April im Raum Trier im Einsatz. Michael Ebling (SPD), Innenminister des Bundeslandes, betonte: «Diese gefährlichen Verstöße waren bislang schwer nachzuweisen.» Bei einem ersten Test 2022 wurden in 88 Tagen über 1200 Verstöße erfasst. Von April bis November wurden weitere 950 Fälle registriert. Das Land hat weitere Kameras beschafft, die bald in anderen Regionen eingesetzt werden sollen.

Der Deutsche Anwaltverein mahnt allerdings eine sichere Rechtsgrundlage für die Monocams an, insbesondere beim Datenschutz.

Kritik an modernen Fahrzeugen

Unfallexperten sehen moderne Autos selbst als Problem. Viele Fahrzeuge haben zu viele ablenkende Funktionen, kritisiert Brockmann. Er fordert physische Schalter und Knöpfe für wichtige Funktionen wie Außenbeleuchtung und Klimaanlage statt Touchscreens. Auch sollten Handys während der Fahrt keine Benachrichtigungen mehr anzeigen.

Die Prüforganisation Euro NCAP will künftig Touchscreen-Bedienelemente in neuen Autos kritischer bewerten. Einige Hersteller reduzieren bereits die touchbasierten Steuerungen. Der Verkehrssicherheitsrat setzt sich für die verstärkte Nutzung von Müdigkeitswarnern ein, die seit 2024 in Neuwagen Pflicht sind und auch Ablenkung durch Handynutzung erkennen können.

Die Empfehlungen des Verkehrsgerichtstags haben traditionell Einfluss auf Gesetzgeber. Die Konferenz bringt jährlich Experten für Verkehrssicherheit und Verkehrsrecht zusammen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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