Anschlag auf Berliner Stromnetz: 38.000 Haushalte bis Donnerstag ohne Strom

upday.com 2 dni temu
Menschen schlafen in einer Notunterkunft des Deutschen Roten Kreuzes nach dem Stromausfall in Berlin-Zehlendorf. (Symbolbild) (Photo by RALF HIRSCHBERGER / AFP via Getty Images) Getty Images

Ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin-Lichterfelde hat rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.000 Firmen von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Stromausfälle werden voraussichtlich bis Donnerstagnachmittag andauern. Die linksextreme Gruppe «Vulkangruppe» hat sich zu dem Anschlag bekannt – Sicherheitskreise stufen das Bekennerschreiben als authentisch ein.

Unbekannte platzierten am frühen Samstagmorgen Brandsätze direkt unter den Kabeln einer Brücke über den Teltowkanal und entzündeten sie. Das Feuer zerstörte dabei fünf Hochspannungskabel und mehrere Mittelspannungskabel. Betroffen sind die Bezirke Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde im Südwesten der Hauptstadt.

Bis Sonntagfrüh schloss Stromnetz Berlin rund 7.000 Haushalte und 150 Gewerbebetriebe – vor allem in Lichterfelde – wieder ans Netz an. Die verbleibenden 38.000 Haushalte müssen sich nach Angaben des Netzbetreibers bis Donnerstagnachmittag gedulden.

Politisch motivierter Anschlag

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem Angriff durch «offenkundig Linksextremisten». «Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden», erklärte Wegner.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bestätigte die Echtheit des Bekennerschreibens. «Das ist ein menschenverachtender Angriff auf die Berlinerinnen und Berliner, der Menschenleben mutwillig gefährdet», sagte Spranger der Deutschen Presse-Agentur.

Der Verfassungsschutz kennt die «Vulkangruppe» als linksextreme Vereinigung. Die Gruppierung verübt seit Jahren Brandanschläge – zuletzt im März 2024 auf das Tesla-Werk in Grünheide.

Schulen und Kitas bleiben zu

Viele Schulen und Kitas im betroffenen Gebiet bleiben am Montag geschlossen. Der reguläre Unterricht nach den Weihnachtsferien kann nicht stattfinden. Zehlendorfs Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg sagte in der RBB-«Abendschau»: «Es werde mit Sicherheit keinen regulären Betrieb geben.» Sie riet Eltern, alternative Betreuungsmöglichkeiten zu suchen.

Eine Schule in Lichterfelde informierte Eltern per Mail: «Wenn Sie momentan mit Ihren Kindern im Warmen und im Hellen sind und dort auch noch bleiben wollen/können, tun Sie das bitte. Wir rechnen momentan damit, dass die Schule frühestens am Donnerstag wieder offen sein wird.»

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Tim Richter (CDU) kündigte an, der Bezirk arbeite daran, alternative Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche zu organisieren.

Notunterkünfte und Hilfsangebote

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf richtete mehrere Notunterkünfte ein, darunter im Rathaus Zehlendorf und in Sporthallen. Kirchengemeinden öffneten ihre Räume als Wärmestuben. Die Polizei errichtete Lichtmasten für mehr Sicherheit auf den dunklen Straßen und fuhr mit Lautsprecherwagen durch die betroffenen Gebiete.

Die Polizei riet per Lautsprecherwagen und in sozialen Netzwerken: «Prüfen Sie daher, ob Sie die Möglichkeit haben, bei Freunden oder Verwandten unterzukommen. Nutzen Sie Mobiltelefone sparsam. Denken Sie an ältere oder hilfsbedürftige Personen und bieten Sie Hilfe an. Halten Sie für die Abendstunden Taschenlampen oder batteriebetriebene Leuchten bereit.»

Viele Bewohner suchten Unterschlupf bei Verwandten oder Freunden. Pflegeheime verlegten einige Bewohner, Krankenhäuser schalteten auf Notstromversorgung um.

Komplizierte Reparatur

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) erklärte in der RBB-«Abendschau», die Kraft des Feuers sei enorm gewesen: «Die Kraft, mit der eine kontinuierliche Hitzeentwicklung und ein kontinuierlicher Brand erfolgt ist, war größer als die Kraft, die eine Kugelbombe hätte auslösen können.»

Die Reparatur ist hochkomplex. Normalerweise würde das Verlegen solcher Hochspannungskabel fünf Wochen dauern. Stromnetz Berlin arbeitet an einem Provisorium, das innerhalb weniger Tage fertig sein soll. Dafür müssen Experten zwei verschiedene Kabeltechnologien – ein Kunststoffkabel und ein Ölkabel – verbinden. Die Arbeiten erfordern speziell geschulte Experten, Plusgrade und eine möglichst staubfreie Umgebung in einer etwa 14 Meter tiefen Baugrube.

Wirtschaftliche Schäden

Die Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg erwarten Schäden in Millionenhöhe. Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp sagte: «Wir rechnen mit Schäden in Millionenhöhe an Anlagen und Maschinen und durch hohe Umsatzausfälle.» Der Stromausfall zeige, dass die Infrastruktur nicht ausreichend gegen Angriffe geschützt sei.

Supermärkte und viele Geschäfte in den betroffenen Bezirken mussten schließen. Heizungen funktionierten größtenteils nicht mehr, da Pumpen und Regler Strom benötigen. Auch die Fernwärme war beeinträchtigt.

Der Stromausfall unterbrach die S-Bahn-Linien S1 und S7 sowie die Regionalexpress-Linien RE1 und RE7 teilweise. Die Verkehrsbetriebe setzten Ersatzbusse ein.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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